Leserforum zum Thema:
Umbau – Dem Unispital droht teurer Stillstand, TA vom 25.4.2016

Zuerst wurden von Universitätsspital (USZ), Uni und ETH in einem Wunschkonzert Quadratmeterzahlen erhoben, diese wurden nicht hinterfragt, sondern direkt in Volumen umgesetzt. Betonisierte Kubikmeterwünsche sind aber noch keine innovative Stadtentwicklung, was inzwischen auch Fachleute erkennen. In einem nächsten Schritt durfte die Bevölkerung Einwendungen erheben. Aber keine der Einwendungen führte zu einer Änderung der Vorlage «Masterplan Hochschulgebiet». Ein Pseudo-Demokratieprozess. Und nun ist – im Demokratieprozess als letzte und einzige wirksame Ein- und Mitsprachemöglichkeit so vorgesehen – der Zürcher Kantonsrat an der Reihe, den Masterplan mit den vorgesehenen Volumen zu prüfen. Und erfreulicherweise prüft er genau. Denn die Tatsache eines verfehlten Städtebaus ist erkannt. Dies passt den Verantwortlichen des USZ nicht; nun werden finanzielle Sachzwänge angeführt. 100 Millionen Franken sind sehr, sehr viel Geld, aber es ist wenig im Verhältnis zu diesem megalomanen Projekt des Masterplanes, der einen zweistelligen Milliardenbetrag auslösen würde und das Gesicht einer meist organisch gewachsenen Stadt Zürich auf verheerende Art verändern würde. Trotz der Tatsache, dass zunehmend auch Fachleute von verfehltem, ja destruktivem Städtebau sprechen, soll so schnell wie möglich weitergewurstelt werden. Bedenklich, wenn, trotz ernsthafter Einwände und vorliegender alternativer Projektentwürfe, einer Veränderung zu einer besseren Stadtentwicklung weder Zeit noch Raum gegeben wird.

 Elisabeth Scheffeldt, Zürich

«Auch Fachleute sprechen von verfehltem, ja destruktivem Städtebau.»