wbt. ⋅ Nach wie vor liegt der Richtplan für den künftigen Ausbau der Hochschulen und des Universitätsspitals im Zentrum der Stadt Zürich in der Dunkelkammer der kantonsrätlichen Kommission für Planung und Bau. Umso mehr häufen sich Versuche, das Resultat der Beratungen zu bearbeiten. Es geht um viel: Scheitern die Bemühungen, dürften sich die Ausbaupläne um viele Jahre verzögern.

Das ist – kurz zusammengefasst – der Hintergrund für die jüngste Intervention. Sie kommt per Medienmitteilung vom Zürcher Heimatschutz beziehungsweise von dessen Präsidenten, dem emeritierten Zürcher Strafrechtsprofessor Martin Kilias. Und sie zielt ausgerechnet auf die Baupläne der über Raumnot klagenden Universität. Mit der Mitteilung will sich der Heimatschutz gegen den Vorwurf wehren, er verhindere eine städtebaulich befriedigende Lösung für die Weiterentwicklung des Hochschulstandorts Zentrum, weil er sich für die Erhaltung des Spitalbaus des Architekturbüros Häfeli Moser Steiger und des Kernbaus der Alten Anatomie aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts einsetze.

Wie Kilias auf Anfrage sagt, wende sich der Heimatschutz gegen beide bisher am stärksten in Erscheinung getretenen Positionen: Gegen diejenige der offiziellen Planung, die kein Rekursrisiko habe eingehen wollen und deshalb die erwähnten Bauten wenigstens zum Teil erhalten wolle, dafür aber an der Hangkante in die Höhe baue. Und gegen die Kritiker aus dem Quartier sowie gegen die Vorschläge von Architekturstudenten, welche die Masse der Bauten an die Rämistrasse verschieben möchten, um auf Höhe verzichten zu können, was aber an den geschützten Bauten scheitere. Dagegen stellt der Heimatschutz die geforderten Nutzflächen infrage.

Überraschenderweise bekämpft Kilias aber nicht primär den Ausbau des Universitätsspitals, der die grössten Höhen und Volumen ausmacht, sondern die Projekte der Universität. Seine Grundfrage lautet: «Wollen wir eine monströse Universität im Zentrum?» Kilias hält zu grosse Hochschulen generell für nicht mehr führbar. Sein Vorbild sind die kleinen englischen Universitäten. Ob zusätzliche Universitäten in der Schweiz, die schon ein Dutzend davon hat, eine Lösung wären, ist wohl eher fraglich. In seiner Argumentation unterschlägt der Heimatschutz, dass die neuen Flächen für die Universität der Konzentration der Standorte dienen, während das prognostizierte Wachstum der Universität relativ bescheiden ist. Kilias, darauf angesprochen, glaubt nicht daran, dass andere Standorte dereinst aufgegeben werden.