Das Projekt «Berthold» im Zürcher Hochschulquartier («Neue Ideen fürs Hochschulgebiet», NZZ 8. 6. 16) ist falsch gewachsen. Seit zwei Jahren liegen die Mängel offen. Das hat inzwischen jedermann erkannt. Tragisch ist das nicht, denn bei komplexen Projekten kommt das oft vor. Tragisch ist nur, dass die Baudirektion und das Universitätsspital offenbar beschlossen haben, wider besseres Wissen die fatale Vorlage durch den Kantonsrat zu boxen.

Kaspar Zollikofer, Zürich

Neue Ideen fürs Hochschulgebiet – NZZ vom 08.06.2016

tox. ⋅ Die ambitionierten Pläne der Hochschulen und des Universitätsspitals für einen Gesundheitscluster im Hochschulquartier haben einen Chor von Kritikern auf den Plan gerufen. Am Dienstag haben etliche davon einen gemeinsamen Nenner gesucht und zur Medienkonferenz geladen.

Die Volumen und die Höhen der geplanten Bauten sollten markant reduziert werden, lautet die Kernforderung, hinter der sowohl Heimatschutzpräsident Martin Killias als auch der ehemalige Basler Kantonsbaumeister Carl Fingerhuth und verschiedene andere Architekten stehen. Auf die geplanten Bauten für die Wirtschaftswissenschaften auf der Wässerwies solle beispielsweise verzichtet werden, weil sie das Projekt überladen würden, sagten die Referenten. An den Kantonsrat appellieren sie, die Vorlage zum Richtplaneintrag für das Hochschulgebiet zurückzuweisen, damit er aufgrund von städtebaulichen Überlegungen modifiziert wird.

Weiter ging die Einigkeit allerdings nicht. Die unter dem Namen «Arbeitsgruppe besorgter Bürger» auftretenden Architekten schlagen nämlich überdies vor, den alten Spitalbau von Haefeli Moser Steiger teilweise preiszugeben, um mehr städtebaulichen Spielraum zu gewinnen. Auch eine Verkleinerung des Spitalparks sei ins Auge zu fassen, damit nicht so stark in den Hang hineingebaut werden müsse. Den Haupteingang des Unispitals wollen sie an der Rämistrasse belassen, statt ihn wie im Masterplan vorgesehen an die Gloriastrasse zu verschieben.

Der Heimatschutz hingegen will weder den Haefeli-Moser-Steiger-Bau noch den geschützten Park zur Disposition stellen. Den alten Gelenkbau einfach in einen riesigen Baukubus einzupacken, wie im Masterplan vorgesehen, sei aber auch keine Option, sagte Killias.