Projekt Berthold nicht gestoppt

sho. ·  «Sollte der Kantonsrat diese Kürzung beschliessen, müssen wir das Projekt Berthold stoppen und die vier bereits eingestellten Mitarbeiter entweder entlassen oder für andere Hochbauprojekte einsetzen.»  Die  Ansage  von  Baudirektor  Markus  Kägi  in  der Zürcher Budgetdebatte vom Dezember war klar. Berthold ist der Name  für  die  koordinierte  Entwicklungsplanung  im Hochschulgebiet Zentrum zwischen Universität, ETH und Universitätsspital (USZ).

Obwohl das Parlament den Streichungsantrag guthiess, wird die Sache nun nicht so heiss gegessen wie gekocht. Die Arbeiten am Projekt Berthold würden weitergeführt, die Arbeitsverhältnisse der betroffenen Mitarbeiter fortgesetzt, schreibt der Regierungsrat auf eine Anfrage von SP-Parlamentariern. Allerdings entfallen die Kosten,  damit  dem  Budgetentscheid  formal  nachgelebt  werden kann, nicht mehr auf die Baudirektion; das entsprechende Konto wird um 1,5 Millionen Franken gekürzt. Den Aufwand tragen neu die Bildungs- und die Gesundheitsdirektion, die zudem den Auftrag haben, die künftige Projektorganisation auszuarbeiten. Die Frage, ob die Bau- und Planungskommission des Kantonsrats aufgrund der Kürzung die Beratung über den Richtplaneintrag für Berthold sistieren muss, wird verneint.

Auf eine weitere Anfrage aus den Reihen der FDP äussert sie sich auch zur Verkehrserschliessung des Hochschulgebiets. Demnach soll in Übereinstimmung mit der Stadt Zürich ein grosser Teil des Personenstroms mit Verbesserungen der Tram-Anbindung aufgefangen werden. Dank weiteren Massnahmen für den Fuss- und Veloverkehr könne das künftige Aufkommen bewältigt werden, so der Regierungsrat, der auf eine neue Fussgängerverbindung entlang der  Polybahn,  den  Polysteig,  setzt.  Für  weitere Verkehrsmassnahmen, bis hin zu einer Luftkissen-Magnetbahn, will er hingegen keine aufwendigen Abklärungen auf Vorrat vornehmen.