Mehr Aufwand für das Präsidium des Universitätsspitals

jhu. ⋅ Die Begründung des Regierungsrates wirkt auf den ersten Blick sonderbar: Weil der Spitalratspräsident des Universitätsspitals Zürich (USZ) mehr lobbyieren muss, soll er auch mehr Lohn erhalten, und zwar 120 000 Franken im Jahr statt wie bisher 60 000.

Die Anforderungen an den USZ-Präsidenten sind aber wohl tatsächlich gestiegen. Bei der ersten Wahl des Gremiums 2006 ging der Regierungsrat noch von einer Arbeitsbelastung von 20 bis 30 Stellenprozent aus und legte den Lohn auf 50 000 Franken fest. Später wurde er dann um 10 000 Franken nach oben korrigiert, weil das Amt doch mehr Aufwand bereitete.

Auf das kommende Jahr hin soll der Lohn nun aber gleich verdoppelt werden. Heute und in Zukunft sei nämlich von einem Arbeitspensum von 60 bis 80 Stellenprozent auszugehen, schreibt der Regierungsrat in seinem kürzlich publizierten Beschluss. Durch die 2012 eingeführte neue Spitalfinanzierung stehe das USZ in einem stärkeren Wettbewerb mit anderen Spitälern. Die Entwicklung von Strategien sowie auch das Pflegen von Kooperationen mit anderen Spitälern seien dadurch wichtiger geworden.

Mehr Arbeit für den Spitalratspräsidenten ergäben aber auch die grosse bauliche Erneuerung des USZ sowie das Projekt Circle beim Flughafen, wo sich das Spital auf 10 000 Quadratmetern einmieten werde. «Für eine erfolgreiche Aufgleisung und Umsetzung dieser Vorhaben braucht es politisches Lobbying und eingehende Öffentlichkeitsarbeit», heisst es im Beschluss. Für diese Arbeit sei das persönliche Engagement des Präsidenten unabdingbar. Ausserdem seien andere Spitalpräsidenten besser bezahlt, so erhält man im Berner Inselspital 132 000 Franken pro Jahr. Diesem Niveau will man sich beim USZ nun annähern. Alt SP-Stadtrat Martin Waser, der seit 2014 die Geschicke des USZ führt, wird es freuen.