Wie hoch muss das neue Zürcher Hochschulquartier werden? Möglicherweise ein gutes Stück weniger hoch als bisher gedacht.

Marius Huber

Der Streit ums neue Hochschulquartier im Zentrum Zürichs flammt nach kurzer Winterpause wieder auf. Denn am 27.  Februar entscheidet der Kantonsrat über den Richtplan, der den Rahmen für das gewaltige Umbauvorhaben absteckt. Ein Aspekt dürfte dabei besonders zu reden geben: die Höhe der Neubauten am Hang. Da es sich nicht um Türme handelt, sondern um Scheiben, kursiert das Wort von der «optischen Talsperre».

Die kritische Arbeitsgruppe besorgter Bürger greift dieser Debatte schon einmal vor mit einer Behauptung, die es in sich hat – wenn sie denn zutrifft. Namhafte Vertreter der Zürcher Baudirektion hätten im direkten Gespräch eingeräumt, dass man auch mit einer deutlich geringeren Maximalhöhe auskäme als der bisher kommunizierten von 495 Metern über Meer. Das wäre das Niveau jenes Neubaus, den die ETH derzeit an der Gloriastrasse hochzieht.

Seitens der Behörden war ursprünglich von 521 Metern die Rede. Im November sank dieser Wert auf 512 Meter. Aber von Planspielen mit unter 500 Metern will bei der Baudirektion niemand etwas gehört haben. Offiziell heisst es nur, es wolle ohnehin niemand die Maximalhöhe ausschöpfen. Diese diene bloss dazu, den Architekten einen gewissen Gestaltungsspielraum zu geben.

Der FDP ist diese Aussage zu wenig. Sie beantragt, stattdessen schriftlich eine Obergrenze von 508 Metern festzuhalten. Die anderen Parteien sahen bisher ganz von festgeschriebenen Höhengrenzen ab. Gerüchtehalber erwägt aber die SVP, Partei von Baudirektor Markus Kägi, die Grenze bei 512 Metern zu fixieren. Die Höhendebatte sei wohl «noch nicht ganz gelaufen», heisst es. (hub)