Der Kantonsrat hat den Richtplan für die Neubauten der Hochschulen und des Unispitals genehmigt. Die Dimensionen sind enorm.

Liliane Minor und Jürg Rohrer

Am Ende war das Ja überwältigend: 161Kantonsrätinnen und Kantonsräte sagten gestern Ja zum Richtplan und damit zur Neugestaltung des Zürcher Hochschulquartiers. Gegenstimmen gab es gerade mal acht aus den Reihen der Grünen sowie eine aus der AL. Davor war immer wieder von einem Generationenprojekt die Rede gewesen und von einer Planung, die für 20, 30Jahre gedacht sei. Und doch stritt der Rat dann um Fragen, die eher ins Detail gehen. Etwa darum, ob die Dächer begrünt und begehbar sein sollen und wie velofreundlich es wohl werde.

Man ahnt es: Die elf Anträge, über die der Kantonsrat gestern debattierte, kamen fast alle aus dem links-grünen Ratsteil. Und sie scheiterten alle am Widerstand der Bürgerlichen, die argumentierten, der Richtplan sei dafür der falsche Ort. Chancenlos war auch ein Antrag, den Spickel zwischen Universitäts-, Sonnegg- und Haldenbachstrasse dem Hochschulquartier zuzuordnen.

Das alles war aber nicht der Hauptgrund, warum sich neun Ratsmitglieder gegen den Richtplan aussprachen. Sie störten sich an einem anderen Punkt: Ab jetzt ist es Baudirektor Markus Kägi (SVP), der die nötigen kantonalen Gestaltungspläne festlegt. Rechtsmittel dagegen gibt es keine. Vergeblich hatten SP, Grüne und AL verlangt, der Stadt Zürich die Hoheit über die Gestaltungspläne zu überlassen und nicht dem Kanton. Dann wäre bei umstrittenen Vorhaben ein Referendum und damit eine Volksabstimmung möglich. Doch der Antrag scheiterte mit 117:53Stimmen.

Grossprojekt für 4,5Milliarden

Die Gestaltungspläne für die einzelnen Bauvorhaben, welche die Baudirektion jetzt ausarbeiten wird, legen die Eckdaten für die folgenden Architekturwettbewerbe fest. Geplant ist, die erste Ausbauetappe zwischen 2022 und 2025 zu realisieren. Bis alle Bauten stehen, dürfte es 2045 werden.

4,5Milliarden Franken wollen Kanton und Bund in die Vergrösserung und Weiterentwicklung der Universität, des Universitätsspitals und der ETH im Zentrum investieren. Die gesamte Geschossfläche wird um maximal 320 000Quadratmeter erweitert – anfangs waren es 350 000. Heute verfügen Uni, Unispital und ETH über etwa 870 000 Quadratmeter.

Im Antrag der Regierung ans Parlament war keine Höchsthöhe der Bauten enthalten. Das hat der Kantonsrat mit 512 Meter über Meer nachgeholt; zum Vergleich: Die Unikuppel erreicht eine Höhe von 507Meter über Meer. Das bedeutet, das höchste Gebäude wird zwischen 50 und 60Meter hoch sein – und damit etwa halb so hoch wie der Prime Tower. Die Arbeitsgruppe Besorgte Bürger Zürich forderte einen Höhenplafond von 480Metern und maximal 280 000Quadratmeter zusätzliche Flächen, damit die Neubauten Quartier- und stadtverträglich sind.