Der weltbekannte Architekt Jacques Herzog bringt in seinem Interview in der NZZ am Sonntag (Link:  ) zwei Aspekte bezüglich der Planung von Spital und Hochschulen der Zürcher Baudirektion genau auf den Punkt:

„Die Bevölkerung muss sich bei der Städteplanung mehr engagieren“

Was nützt es den engagierten Kräften von Grünen, AL und SP im Kantonsrat, sich für demokratisch legitimierte kommunale Gestaltungspläne stark zu machen, wenn dann die ländliche Mehrheit in einer Machtdemonstration diese Haltung unter den Tisch fegt. Das Volk bleibt also bei  4 bis 5 Milliarden-Investitionen ausgeschlossen und Regierungsrat Markus Kägi unterschreibt bedenkenlos, weil er ja in zwei Jahren zurücktritt und verschwindet.

Markus Kägi: Haben Sie als Demokrat die Grösse, die Gestaltungspläne freiwillig dem Volk zur Abstimmung vorzulegen?

Herzog zitiert Luigi Snozzi, den grossen Tessiner Architekten, der einst die Architekten mit dem Metzger verglich: „Wenn er ins Fleisch schneidet, sollte er dies mit Freude und mit Präzision tun. Planung und Architektur ist immer ein Zerstörungsakt, bei dem etwas verloren geht und Neues entsteht. Die Qualität des Neuen ist entscheidend für die Akzeptanz von Planung und städtebaulichen Wandel in der Bevölkerung.“

Gerade in diesem Punkt versagen sowohl Markus Kägi als, in seinem Schlepptau, auch André Odermatt: Statt die Zerstörung der Häfeli-Moser-Steiger Bauten zu wagen und dafür die Qualität des Neuen zu gewinnen, zeigt er ein Trauerspiel von Schummeleien und faulen Kompromissen wie z.B. die geschönten offiziellen Perspektivdarstellungen oder die Stadtraum-Studie, die nur die Zwischenräume des volumetrisch Unerwünschten behandeln, oder die Abklenkungsübung der 3 Roundtables. Was Herzog auf den Siedlungsbau im Mittelland gemünzt hat, gilt auch für das Hochschulquartier:

Das Projekt Berthold als Monster des Mittelmasses!

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Stand neuer HMS-Bau 1950 vor Abbruch des alten Spitals von 1840 mittendrin. Unsere Vorfahren machten es vor: Das Opfer des Bisherigen ermöglicht den grossen Wurf.