Uniklotz berichtet

Gigantismus oder umsichtige Zukunftsplanung?

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Kägi: will nicht.

 

Odermatt: kuscht immer noch.

Odermatt: kuscht immer noch.

 

Durch Schaffung von Öffentlichkeit will die AGBB Schwachpunkte offenlegen und damit – was Zürich verdient – zu einem besseren Projekt Berthold gelangen. Eine Pressekonferenz und der Betrieb des Blogs uniklotz.ch haben zur  Diskussion in Politik und Medien beigetragen. Schlussendlich resultierten erfreuliche Anträge im Kantonsrat. Guten Willen seitens der Behörden vorausgesetzt, bestünde die Möglichkeit, das grösste Defizit des kürzlich verabschiedeten Richtplanes – die Gebäudehöhen – im Rahmen der für 60 Tage öffentlich aufgelegten Gestaltungspläne zu korrigieren.

 

Inzwischen hat am 11. April eine bereits im letzten November organisierte Veranstaltung im Konferenzsaal der Privatklinik Bethanien stattgefunden. Sie passt in den Rahmen, den Marius Huber im Tages-Anzeiger vom 8. April  beschrieben hat: “Kunstvoll wie ein Uhrwerk, in dem alle Zahnräder getaktet ineinandergreifen. Ein Uhrwerk aus Papier, Plänen und Personal.“

 

Doch noch nie in der Reihe der vielen öffentlichen Veranstaltungen seit 2014  war die Konfrontation zwischen Regierung und Volk so deutlich. Empörte Kritik der Stadtbewohner stiess auf vorgeschobene Begründungen und den Unwillen von Regierungsrat Markus Kägi, auf die Volumetrik der massiven Baukörper und das gefährdete Stadtbild einzugehen. Der allseits anerkannte Moderator Peter Hartmeier kam nicht darum herum, diesen Unwillen festzustellen.

 

Es darf noch gesagt werden, dass inzwischen auch Laien bemerkt haben, dass die unpassenden Hochhäuser ihre Ursache in der Verschwendung von Bauareal an der Rämistrasse und in der Erhaltung aller HMS-Bauten haben. Ein Referent wies darauf hin, dass wegen der Denkmalpflege Hochhäuser neben Schutzobjekte zu stehen kämen. Grosse Gebäude gehörten in die Innenstadt und an die Rämistrasse. Die fehlpatzierten Hochhäuser würden den Landschaftsraum von Zürich durch eine neue Skyline unterbrechen.

 

Einmal mehr stellte sich niemand gegen den Ausbau der Institutionen, doch alle lehnten die krude Volumetrik ab.

 

Der Eindruck breitete sich aus, dass weiterer guter Wille vergeben sei und der bestens organisierte behördliche Galopp auf Kosten der Bürgerschaft jetzt  ablaufe. Wenn dem so sein sollte ist das bisherige Vorgehen zu überdenken.

 

Im Namen des versammelten Publikums forderte ein Votant Stadtrat André Odermatt auf, endlich die Interessen der Stadt wahrzunehmen und die noch immer überbordende Volumetrik im Rahmen der aufliegenden Gestaltungspläne zu korrigieren und die Stadtratskollegen und Kolleginnen einzubeziehen. § 84 des Planungs- und Baugesetzes gibt dazu dem Stadtrat ausdrücklich das Recht:

„Vor der Festsetzung sind die Gemeinden über das Ergebnis der Planauflage zu orientieren. Auf ihr Verlangen sind die Gemeinderäte (Stadtrat) zu einer Einigungsverhandlung einzuladen. Berechtigten Begehren der Gemeinden ist bei der Festsetzung zu entsprechen. Verbleibende Abweichungen sind zu begründen„.

1 Kommentar

  1. paul plotin

    „name it and shame it“

    Die Vorsteher der Quartiervereine, vor allem der direkt betroffenen , wie Fluntern und Oberstrass haben grundsätzlich zur katastrophalen städtebaulichen Lösung, nie Stellung bezogen. – Eine Schande !

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