Uniklotz berichtet

Interessenabwägung HMS-Bauten kontra Städtebau und modernem Spitzenspital

Der Ausschnitt aus dem Syntheseplan weist nach, dass bei einem Abbruch 
des Häfeli-Moser-Steiger-Baus mindestens 50 % der heutigen Perimeterfläche des USM-Baus dazugewonnen werden kann

Der Ausschnitt aus dem Syntheseplan weist nach, dass bei einem Abbruch des Häfeli-Moser-Steiger-Baus mindestens 50 % der heutigen Perimeterfläche des USM-Baus dazugewonnen werden kann

Die öffentliche Veranstaltung des Gewerbevereins Kreis 7 und 8 hat mit über einem Dutzend geharnischten Voten von Stadtbewohnern gegen die Masslosigkeit und die Höhenentwicklung des Hochschulprojekts die grosse Wut vieler Stadtbewohner bestätigt. Besonders die Weigerung von Baudirektor Kägi und Hochbauvorstand Odermatt, den klaren Auftrag des Kantonsrats zu einer Interessenabwägung zwischen Schutz der Häfeli-Moser-Steiger-Bauten (HMS-Bauten) kontra Städtebau und kontra einem modernen Spitzenspitals durchzuführen, ist auf Widerstand gestossen.

Die AGBB-ZH hat sich entschlossen, den Blog dafür einzusetzen, um in aller Öffentlichkeit einen ersten Schritt einer solchen Interessenabwägung zu präsentieren. Weitere werden folgen. Grundlage dazu sind unsere seit bald zwei Jahren erarbeiteten Recherchen zum Projekt und zudem unsere zahlreichen Gespräche und Interviews mit Politikern aller Parteien sowie mit den Akteuren des Projekt Berthold.

Wir stellen vorerst in diesem Blog die wichtigsten Vor- und Nachteile eines Belassens der HMS-Bauten im Inventar Denkmalschutz vor und lassen die entsprechenden Vor- und Nachteile für den Städtebau und für die Erstellung eines modernen Spitzenspitals im nächsten Blog vor. Als Überblick werden wir die Ergebnisse in Tabellenform anschliessend veröffentlichen.

 

Vor- und Nachteile einer Belassung der HMS-Bauten und der Anatomie im Denkmalschutz:

 

VORTEILE:

– Erhaltung eines herausragenden Baus eines Kantonsspitals aus den fünfziger Jahren

– Der Kantonale Heimatschutz kann ohne Prozesskosten einen Erfolg verbuchen

NACHTEILE:

-Wegen der Unmöglichkeit einer Nutzung als moderner Spital (zu sind geringe Geschosshöhen) sind beträchtliche Umbauten im Innern notwendig.

-Der Schutz dieser für Spitalzwecke nicht mehr nutzbaren Bauten komprimiert die Neubauten in Hanglage und verhindert damit einen modernen Spitzenspital mit horizontaler Gebäudestruktur.

-Die Klammer der drei HMS-Trakte schottet die Hälfte des Parks von der Öffentlichkeit ab und entzieht sie damit der Nutzung durch das Publikum.

 

Bild des eben fertiggestellten HMS-Baus 1950. Die damalige Kantonsregierung hatte die Grösse und den Mut, das damalig schutzwürdige Spitalgebäude mittendrin abzubrechen.

Bild des eben fertiggestellten HMS-Baus 1950. Die damalige Kantonsregierung hatte die Grösse und den Mut, das damalig schutzwürdige Spitalgebäude mittendrin abzubrechen.

 

 

2 Kommentare

  1. Thanks, great article.

  2. Regula Lorenz

    Von den HMS Bauten die Fassaden zu erhalten kann wohl nicht der Sinn des Kantonalen Heimatschutzes sein, genau so wenig wie der Erhalt der Aussenmauern des im Innern ausgehöhlten Gebäudes der Alten Anatomie. Die Authentiziät dieser Gebäude ist zerstört, wenn sie im Innern bis zur Unkenntlichkeit verändert werden müssen, damit sie noch nutzbar sind. Sollen die blossen Hüllen wirklich schützenswert sein?

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