Hitze und Durchlüftung ist das allgegenwärtige Thema. In der NZZ ist bereits der zweite Artikel innerhalb kurzer Zeit dazu erschienen. Beide finden Sie im Blog. Der erste gesamtheitlich zu Natur und Stadtgestaltung. Und dazu ein publizierter Leserbrief, der u.a. den Bezug zu „Berthold“ herstellt.

Im zweiten Artikel finden sich eine Art „Hitzebetreuer“, sogenannte „Buddys“, aber auch ernsthaftere Vorschläge zum Umgang mit der zunehmenden Hitze in den Städten.

2010, bei Planungsbeginn des Masterplans 2014, war die Hitzethematik noch nicht aktuell. Weil der Richtplan und inzwischen auch die Gestaltungspläne sich seit der Präsentation des Masterplans im Jahr 2014, wider besseres Wissen, kaum bewegt haben, liegen die Konzepte heute, nach einem weltweiten Bewusstwerdungsprozess bezüglich Überhitzung in Städten, schief in der Landschaft.

Die sich zwischen Mousson- und Haldenbachstrasse erstreckende 600 m lange Klippe, die mit ihrer Höhenkote von 500 m ü. Meer auch städtebaulich viel zu hoch angesetzt ist, setzt dem berg–tal-orientierten Luftaustausch einen mächtigen Riegel entgegen. Das Ganze wird dann noch mit aufgesetzten und freistehenden Hochhäusern bekrönt.

Damit winken für das angestrebte moderne Spitzenspital überholte Verhältnisse, wie sie beim berüchtigten Allgemeinen Krankenhaus Wien aus dem Jahr 1974 herrschen:  auf die Behandlungstrakte aufgesetzte Patientenhochäuser verbunden mit Liftwarten.

Der inzwischen im Einwendungsverfahren auch von mehreren politischen Parteien geforderte Höhenplafonds ist die Lösung. Die Höhenbeschränkung führt zu hangkonformen terrassierten Lösungen.


Neues Grün für die Stadt – NZZ vom 13. Juni 2017

Ökologisch von geringem Wert, für viele Menschen aber dennoch ein Erholungsort – eine etwas allzu formal gestaltete Parkanlage in Brüssel. (Francois Lenoir / Reuters)

Ökologisch von geringem Wert, für viele Menschen aber dennoch ein Erholungsort – eine etwas allzu formal gestaltete Parkanlage in Brüssel. (Francois Lenoir / Reuters)

Bettina Maria Brosowsky

Europas Städte stehen unter Druck. Im Jahr 2015 lebte weit mehr als die Hälfte der Bevölkerung in städtischen Gebieten; und der Zuzug in «angesagte» Zentren hält an. Gemäss der seit bald hundert Jahren meist kritiklos praktizierten Doktrin der Funktionstrennung bedeutet dies meist: separierte Quartiere für Arbeit, Wohnen und Erholung sowie zentrale Bereiche für Bildung, Kultur und Kommerz, dazwischen hohes Verkehrsaufkommen.

Der Jahreskongress der Fachzeitschrift «Bauwelt» stellte deshalb die Frage, wie einem Zerfall der Städte in ihre Bestandteile begegnet werden könne, so dass Wohnen und Arbeiten wieder zusammenrückten. Ähnliches beabsichtigt die Deklaration «Urbane Gebiete», die als Novelle des deutschen Baugesetzes kürzlich verabschiedet wurde: In Mischgebieten aus Gewerbe, Wohnen, sozialen und kulturellen Einrichtungen darf zukünftig dichter und höher gebaut werden. Stärkere gewerbliche Lärmimmissionen sind zulässig, so sie das Wohnen nicht wesentlich stören. Ohne den dringlichen Handlungsbedarf in Abrede stellen zu wollen, muss man feststellen, dass in der Diskussion leider schon viel zu lange ein wesentlicher Garant humanen Städtebaus vergessen wird: das identitätsstiftende und für das Mikroklima günstige urbane Grün.

Ausgewogenes Wachstum

Derzeit scheint es an Phantasie für ein sozial, kulturell und wirtschaftlich ausgewogenes Wachstum der Stadt zu mangeln. Dabei ist dieses aber nicht neu, wie ein Blick zurück in die Phase städtischer Expansion und Erneuerung während der industriellen und gesellschaftlichen Revolutionen des 19. Jahrhunderts zeigt. Damals sprengten Europas Städte ihre Festungswerke. Gleichzeitig waren ihre Kerne übervölkert, veraltet, substanziell erschöpft. Der Wirtschaftsliberalismus liess Industrieansiedlungen vor der historischen Stadt wuchern, zudem wuchs die Bevölkerung dank besserer Ernährung und medizinischer Versorgung. Ersten unregulierten Entwicklungen mit dramatischen ökonomischen, sozialen und hygienischen Missständen begegneten weitsichtige Stadtplanungen. Sie formulierten eine geordnetere Wachstumspolitik: Eingemeindungen, moderne urbane Technik und vor allem strukturierendes Grün wurden die Basis städtischer Transformation.

Aus England, dessen Philosophie des Landschaftsgartens bis ins 18. Jahrhundert zurückreichte, kamen praktische Modelle. Der sich als Landschaftsarchitekt bezeichnende Humphry Repton wusste um das komplementäre Zusammenspiel von Architektur und Natur, in einer mehrjährigen Kooperation mit dem Architekten John Nash holte er die Idee der Landschaft in die Stadt. Der Londoner Regent’s Park von 1827 und die von dort ausgehende Bebauung städtischer Reihenhäuser mit vorgelagerten Grünzonen adaptierten den Klassizismus der Landsitze in naturähnlicher Umgebung für die sich erweiternde Stadt, wenngleich nur für betuchte Bürger.

Frederick Law Olmsted, Begründer einer amerikanischen Landschaftsarchitektur, folgte dieser Auffassung in dem ab 1857 eingerichteten, 341 Hektaren grossen Central Park in New York. Hier wuchs die hoch verdichtete steinerne Stadt um einen landschaftlichen Freiraum. Auch in deutschen Residenzstädtchen sahen Gartenkünstler ihre Disziplin früh schon in einer städtebaulichen Dimension. In München schuf Friedrich Ludwig von Sckell ab 1789 nicht nur den Englischen Garten, er legte nach 1807 in mehreren Abschnitten auch einen Generalplan zur Stadterweiterung vor, verknüpfte etwa das Raster der neuen Maxvorstadt durch eine Folge grüner Plätze mit der Altstadt. In Berlin war es ab 1840 Peter Joseph Lenné, der nach jahrelangen Verhandlungen den waldartigen Tiergarten zum Volksgarten umgestalten sowie in unzähligen Bebauungsplänen neue Stadtquartiere aufschliessende, baumgesäumte Strassenachsen ausarbeiten konnte.

Stadt im Klimawandel

Repton, Sckell, Lenné und viele andere führten im 19. Jahrhundert ganz selbstverständlich Landschafts- und Stadtplanung, Architektur und Natur zusammen. Ihre weitsichtige Stadtnatur war Katalysator des Wachstums und sichert bis heute eine Lebensqualität in urbaner Dichte. Öffentliche Parks, üppige Alleen, städtische Gärten wurden Gemeingut, sie bilden eine anschauliche Kultur republikanischen Geistes. Und selbst wenn heute vom Verkehr bedrängt oder mit Freizeitaktivitäten strapaziert, bietet diese Stadtnatur elementare Erfahrungsräume mit Flora, Fauna, Jahreszeit, Wetter oder sozialer Interaktion – ein bedeutendes materielles wie ideelles Vermächtnis.

Neben dem neuerlichen baulichen Wachstum trifft derzeit der Klimawandel die Stadt mit besonderer Härte. Moderne Bauten mit reflektierenden Glasfronten oder hochgedämmten Fassadensystemen sind, anders als historische Häuser mit massiven Hüllen, kaum noch in der Lage, solare Einstrahlung bauphysikalisch zu speichern und zeitverzögert abzugeben oder einer internen Nutzung zuzuführen. Durch Quartiere, die sich durch eine hohe Verdichtung mit neuer Architektur auszeichnen, kommt zur globalen auch noch eine lokale Erwärmung: die Abstrahlhitze der Bauten und ihrer meist kaum begrünten Umgebungsflächen. Darunter leidet nicht nur der Mensch, sondern auch das städtische Grün. Alte Alleebäume wie Linde, Ahorn, Esche oder Eiche kommen an die Grenzen ihrer Lebensfähigkeit. Was sommerliche Dauertemperaturen von über 30 Grad und versiegelter Boden mit viel zu geringer Feuchte nicht schaffen, erledigen Insekten und Pilze. Die lädierte Konstitution vormals stattlicher Grossbäume dient dann – wie derzeit am General-Guisan-Quai in Zürich – als Argument, um sie zu fällen, da sie eine Gefahr bei Wind und Wetter darstellen könnten.

Zu dem gestressten Grün der Stadtzentren gesellen sich nach Jahrzehnten der Zersiedelung aber auch «durchbaute» Landschaften und eine «verländlichende» Begrünung in Fussgängerbereichen und auf Plätzen. Diese funktionale wie auch ästhetische und semantische Konfusion, die auf der Stadt lastet, könnte als Chance für ein erneuertes Verständnis von Urbanität und Natur begriffen werden. So hat die Intensivlandwirtschaft die Städte zu erstaunlich artenreichen Biotopen für zugewanderte Wildtiere und Pflanzen werden lassen. Sogar gefährdete Vogel- und Fledermausarten finden in der Stadt vielfältige, naturbelassene Lebensräume, denn hier werden Kunstdünger oder Pflanzengifte selten eingesetzt.

Und könnte nicht auch der Klimawandel als Chance begriffen werden, das städtische Grün um eine exotische Pflanzenwelt zu bereichern, statt Neophyten als artfremde Spezies zu verteufeln? Immerhin: Experimente mit hitzeverträglichen asiatischen Gehölzen werden in Basel, Wien oder Berlin von offiziellen Forschungsgruppen beobachtet.

Moderne Stadtnaturen

Neue urbane Grünräume sollten auf solider städtebaulicher und klimatologischer Basis sowie profunder Pflanzenkenntnis gründen, um perspektivisch in die wachsende Stadt wirken zu können. Die durchrationalisierte Stadt des 21. Jahrhunderts benötigt aber auch eigene Bilder und Geschichten, um ihre Transformation verständlich zu machen. Grünräume leben aus dem Kontrast zur materialisierten Stadt, zelebrieren den bewussten Zutritt, um mit dem Empfinden einer Grenzüberschreitung zu belohnen. Bot in der vielleicht als bedrohlich wachsend empfundenen Stadt des 19. Jahrhunderts die gezähmte Natur der gestalteten Parks und Promenaden die differente Erfahrung, so wären es heute allen ökonomischen Interessen entzogene Möglichkeitsräume, die es langfristig zu sichern gälte.

Die postindustrielle Stadt hält dafür noch genügend Reservoire in typologisch grosser Bandbreite vor: aufgelassene Bahntrassees, Industriebrachen und punktuelle kleinere Baulücken. Sie sind Konversionsflächen, ähnlich den obsolet gewordenen Festungsanlagen, die im 19. Jahrhundert die wachsenden Städte einzwängten. Aus ihnen wurde in Bremen ein bürgerschaftlicher Landschaftspark, in Wien die imperialen Prachtboulevards der Ringstrasse. Wo allerdings der Weitblick fehlte, fielen sie der Bodenspekulation anheim.

Brachen bieten aber nicht nur überraschende urbane Naturerfahrung, mit einem Artenreichtum sich weitgehend selbst regulierender Ruderal- und Sukzessionsvegetation, zu der auch migrantische Exoten gehören müssen. Sie sind auch politische Räume, nutzungsneutral und für spontane Eigeninitiativen offen, die zudem jederzeit gärtnerisch aktiviert werden könnten. Nur so ist allerorts die Begeisterung für improvisiertes «gardening» und «farming» zu verstehen, selbst noch neben dichtem Autoverkehr. Der französische Landschaftsarchitekt Gilles Clément prägte 2004 für diesen erwartungsoffenen Status den Topos der «dritten Landschaft»: Sie ist ein vergessenes Terrain voll ruhender Kraft, das «nichts» ist, aber «alles» werden kann.


Stadt und Natur – NZZ vom 21. Juni 2017

«Tant d’arbres» soll ein Künstler im 19. Jahrhundert angesichts der Boulevards in Paris gesagt haben. In Zürich müssen wir Bettina Maria Brosowsky und der NZZ für den Artikel «Neues Grün für die Stadt» (NZZ 13. 6. 17) dankbar sein: Endlich kommt der allumfassende Blick auf die Stadt, der auch die Natur einschliesst! Mit der Lage zwischen zwei bewaldeten Hügelzügen und dem See ist die Stadt Zürich mit einer vorzüglichen Grundausstattung gesegnet, und mit den Quaianlagen hat sie 1885 aus eigener Kraft die Seebucht umarmt und grosszügig zugänglich gemacht. Ganz im Sinn des im Artikel gelobten republikanischen Geistes.

Doch wo stehen wir heute? Der Erweiterungsbau des Landesmuseums trennt mit seinem Beton-Ellbogen gegen die Limmat den bereits früher zu wenig mit der Stadt verbundenen Platzspitzpark noch weiter von dieser ab. An der Rämistrasse, neben dem Kunsthaus, sind die aus Gründen des Mikroklimas dringend notwendigen Alleebäume vermutlich nicht mehr möglich, und mit den geplanten Hochschul- und Spitalbauten wird durch eine verfehlte Verteilung der Volumen ein Riegel zwischen der Stadt und den Quartieren errichtet. Und dies noch in Kombination mit weiteren «Warzen im Hang» nach dem Modell des Frauenspitals.

Unter anderem weil unten an der Rämistrasse für die Öffentlichkeit wertloses, zwischen Spitaltrakten eingeschlossenes Grün verschwendet wird, kommt es oben zur Volumenkompression mit grossen Nachteilen für den Luftaustausch nebst einem Makel für das ganze Stadtbild. Weil es am Blick fürs Ganze fehlt, steht es in Zürich derzeit nicht gut um die Formung des Stadtkörpers: Wann kommt der republikanische Geist zurück, der nicht nur Bauvolumen, sondern auch Werte schafft?

Heinz Oeschger, Zürich

Der «Buddy» hilft bei der Hitze – NZZ vom 21. Juni 2017

Désirée Föry

Für die kommenden Tage werden in der Schweiz Temperaturen bis 35 Grad erwartet. Daran sollten wir uns hierzulande gewöhnen, denn Hitzewellen werden in Zukunft keine Ausnahmen mehr sein. Eine Häufung solcher Extremereignisse ist bereits jetzt beobachtbar: Alleine im neuen Jahrtausend gab es in Europa vier Sommer mit aussergewöhnlich hohen Temperaturen. Stimmen die Prognosen, verdoppeln sich die Sommertage bis zum Ende des Jahrhunderts, und die eher seltenen Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt, nehmen vor allem in den Städten zu.

Das hat gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung. Gemäss einem Bericht des Bundesamts für Umwelt starben in den Hitzemonaten Juni bis August 2015 schweizweit über 800 Personen mehr, als in einem normalen Jahr zu erwarten gewesen wäre. Vor allem für ältere und kranke Personen sowie für Kleinkinder können die hohen Temperaturen lebensbedrohlich sein. Aber auch die restliche Bevölkerung ist nicht gegen hitzebedingte Beschwerden wie Schwindel, Kopfschmerzen, Erschöpfung, Übelkeit, Erbrechen oder Kreislaufbeschwerden gefeit.

Weniger Tote wegen «Buddys»

Trotz der Häufung solcher Extremereignisse sieht der Bund momentan von einer landesweiten Hitze-Strategie ab. «Auf nationaler Ebene existieren aufgrund der Kompetenzteilung zwischen Bund und Kantonen keine einheitlichen Präventionsmassnahmen», sagt Damiano Urbinello vom Bundesamt für Gesundheit (BAG). Es obliege den Kantonen, adäquate Schutzmassnahmen zu implementieren. Um eine nationale Strategie zu erarbeiten, müsste man eine Evaluation der ergriffenen Massnahmen abwarten, sagt Urbinello weiter. Wenn man aber sehe, dass die Zahlen der hitzebedingten Sterblichkeit stiegen, müsse man über weiter gehende Massnahmen befinden. Der Bundesrat trägt den veränderten klimatischen Bedingungen derzeit mit einer allgemeinen Strategie der Anpassung an den Klimawandel und einem entsprechenden Aktionsplan Rechnung. Darin ist festgehalten, dass in der ganzen Schweiz eine risikogerechte Reaktionsbereitschaft in Bezug auf Hitzewellen und ein Basisangebot an Informationen gewährleistet sind. Ausserdem sollen Bevölkerung, Fachleute und Tierhalter sensibilisiert werden.

Bereits jetzt haben einzelne Kantone aber Strategien entwickelt, um die Bevölkerung vor den hohen Temperaturen zu schützen. Der Kanton Basel-Stadt hat beispielsweise Verhaltenstipps des Kantonsarztes und des Kantonstierarztes auf seiner Website veröffentlicht. Und auch der Kanton Zürich setzt auf Informationskampagnen. Einen Schritt weiter gehen die Kantone Genf, Waadt und Tessin. Die Gemeinden setzen dort Betreuungspersonen ein, die sich um gefährdete Personen kümmern. Weil sie dies wie ein Freund oder ein Kumpel tun, wird es «Buddy-System» genannt.

Das Projekt ist Teil des Massnahmenkatalogs für den Umgang mit Hitzewellen für Behörden im Auftrag des BAG. Mitautor war Martin Röösli vom Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut. Mit den «Buddys» habe man bisher sehr positive Erfahrungen gemacht, sagt Röösli. Im Kanton Waadt, wo sie bereits seit dem Hitzesommer 2003 systematisch eingesetzt werden, sei die Kurve der Sterblichkeit infolge von extremer Hitze nach 2003 deutlich abgeflacht, während sie in der Deutschschweiz unverändert geblieben sei. «2015, als es in der Westschweiz am heissesten war, lag die Sterblichkeit sogar unter dem schweizweiten Durchschnitt.»

Das hat bereits weitere Kantone überzeugt, die das System übernehmen wollen. Denn die Evidenz, dass die Massnahme Wirkung zeige, sei bei den «Buddys» im Vergleich zu anderen Massnahmen am höchsten, sagt Röösli. Den Nutzen von Informationskampagnen schätzt der Experte für Umweltbelastungen und Gesundheit hingegen als eher gering ein. «Eine Evaluation der Fälle von Hitzetoten hat ergeben, dass es in den Kantonen, die nur auf Informationskampagnen setzen, keine Veränderungen gegeben hat.»

Viel Grün, viel Schatten

Doch auch das «Buddy-System» sei nicht das Allheilmittel, da es nicht in der ganzen Schweiz Sinn ergebe, fügt Röösli an. Die regionalen Unterschiede müssten bei der Hitze-Strategie berücksichtigt werden. Massnahmen, die für das Tessin wirkungsvoll seien, hätten zum Beispiel in den Bergregionen nicht den gleichen Nutzen. Den urbanen Regionen wie den Kantonen Zürich und Basel-Stadt empfiehlt Röösli aber das «Buddy-System». Im Hinblick darauf, dass sich extrem heisse Sommer in Zukunft häufen, unterstreicht Röösli zudem die Dringlichkeit von langfristigen Massnahmen. «Insgesamt muss die Temperatur in den Kernstädten gesenkt werden.» Das bedeutet: mehr Grünflächen, viele Schattenplätze, gute Luftzirkulation.

Damit die heissen Tage schon heute ohne Komplikationen überstanden werden können, rät das BAG, Aktivitäten im Freien auf morgens und abends zu beschränken, wenn möglich im Schatten zu bleiben und körperliche Anstrengung zu vermeiden. Zudem helfen genug Flüssigkeit, leichtes Essen und der Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung durch helle und luftige Kleidung. Und sollte das alles nichts mehr nützen, dann hilft wohl nur noch der Sprung ins kühle Nass.