Der Zürcher Baudirektor hat drei der sechs Gestaltungspläne für den Umbau des Hochschulquartiers festgesetzt. Das erarbeitete Stadtraumkonzept hat einige Anpassungen bewirkt.

Stefan Hotz

1.9.2017, 15:06 Uhr

Die Entwicklung des Hochschulgebiets kommt zügig voran. Als Anfang April die sechs kantonalen Gestaltungspläne öffentlich aufgelegt wurden, nannte die Projektleitung als nächsten wichtigen Termin den Herbst. Nun hat Baudirektor Markus Kägi (svp.) in den letzten Augusttagen die ersten drei Planwerke festgesetzt. Es handelt sich um das USZ Kernareal Ost an der Gloriastrasse, wo das neue Hauptgebäude des Unispitals entstehen wird, um «Wässerwies», wo die Universität eine Erweiterung plant, und das Gebiet Schmelzbergstrasse, an dem USZ und ETH beteiligt sind.

Lediglich 32 Einwendungen eingegangen

Die relativ rasche Festsetzung hat auch mit der Zahl der Einwendungen zu tun, die «überschaubar» geblieben sei, wie Balthasar Thalmann, stellvertretender Abteilungsleiter Raumplanung im Amt für Raumentwicklung, auf Anfrage sagt. Insgesamt gingen gemäss der Mitteilung 32 Rückmeldungen ein, 23 durch Private, 3 durch Parteien und 6 von Vereinen und Verbänden. Die Stadt Zürich unterstützte in der Anhörung das Vorhaben. In die Gestaltungspläne flossen Erkenntnisse eines Stadtraumkonzeptes ein, das Ende Oktober veröffentlicht wird. Dieses führte laut Thalmann zu zwei grösseren Anpassungen.

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Die erste dürfte im Quartier skeptisch beurteilt werden. Der Entwurf des Plans USZ Ost schrieb für die Aufbauten auf den Sockelgeschossen des künftigen USZ eine «räumliche Durchlässigkeit in der Falllinie des Hangs» vor. Neu wird nur noch generell gefordert, dass die Neubauten so anzuordnen sind, dass eine räumliche Durchlässigkeit erreicht wird. Laut Thalmann zeigte das Stadtraumkonzept, dass die alte Vorgabe den Handlungsspielraum der Architekten zu stark eingeengt hätte. Die räumliche Durchlässigkeit dürfte aber in den Architekturwettbewerben ohnehin ein Kriterium sein.

Neue Sternwartstrasse wird kein Schlauch

Der zweite Punkt triff die neue Sternwartstrasse. Zuvor war ihr Strassenraum durchgehend auf 22 Meter festgelegt. Um ihn besser zu gliedern, dürfen Gebäude nun auf beiden Seiten die Baubereiche um maximal 2 Meter überschreiten, sofern dies flächengleich kompensiert wird. Die Sternwartstrasse kann somit zwischen 18 und 26 Meter breit sein und soll eine «fuss- und veloverkehrsorientierte Promenade mit hoher Aufenthaltsqualität» werden, die nicht dem Durchgangsverkehr dient.

Ein Teil der Einwendungen stellt die Notwendigkeit des Projekts oder den Standort des Spitals erneut infrage. Dies wurde bereits mit dem Richtplan letzten Herbst beantwortet und blieb deshalb unberücksichtigt. Zahlreiche Vorbehalte betreffen die Erschliessung. Aus den Unterlagen geht etwa hervor, dass die Universität ihre heute 450 Parkplätze und die ETH ihre 550 Parkplätze nicht vermehren wollen. Das USZ möchte seine derzeit 630 Parkplätze, von denen ein Teil verloren geht, unter anderem mit einem Parkhaus an der Gloriastrasse auf maximal 826 erhöhen.

Erste Wettbewerbe noch dieses Jahr ungewiss

Mit der Festsetzung hat der Baudirektor gleichzeitig die Entlassung schützenswerter Bauten in den betroffenen Arealen im bisher bekannten Umfang verfügt. Die Projektleitung treibt die Vorbereitung für die Ausschreibung erster Wettbewerbe voran, falls die Gestaltungspläne noch in diesem Jahr rechtskräftig werden.

Vorerst aber läuft eine 30-tägige Frist für die Einreichung von Rekursen. Für Balthasar Thalmann wäre es eine positive Überraschung, sollten keine Rechtsmittel ergriffen werden. Möglich wäre in dem Fall immer noch, das Gespräch zu suchen. Es kann jedoch wie im April angekündigt auch unumgänglich sein, die Planung auszusetzen, bis die Rechtsfragen geklärt sind.