Uniklotz berichtet

Eine Erfolgsbilanz des qualifizierten Drucks

Das Luftbild zeigt das Hochschulgebiet auf der untersten Terrasse des Zürichbergs. Den Startschuss für die parallele Entwicklung der Institutionen und der Wohngebiete gab um 1860 der Bau ETH.

Das Luftbild zeigt das Hochschulgebiet auf der untersten Terrasse des Zürichbergs. Den Startschuss für die parallele Entwicklung der Institutionen und der Wohngebiete gab um 1860 der Bau ETH.

Die laufenden Rekurse gegen die von der Baudirektion erlassenen 3 von künftig 6 Gestaltungsplänen im Hochschulquartier rufen in Erinnerung, dass die Stadt Zürich immer wieder durch qualifizierte Interventionen zu städtebaulichen Perlen kam. Die Beispiele dieser Erfolgsbilanz sollen alle Kräfte motivieren, hinter vorerst zeitraubenden Aktionen die grosse Chance für eine deutliche Verbesserung grossräumiger Bauprojekte wahrzunehmen, die erst im Nachhinein als städtebauliche Erfolge erkennbar sind.

Rennwegquartier

Die damalige Schweizerische Bankgesellschaft wollte, wie ihre Konkurrentin Kreditanstalt, über ein eigenes Hotel verfügen können. Eine Generalunternehmung bot ihr 22 Gebäude im mittelalterlichen Kern der linksufrigen Altstadt an. Dass Herzsubstanz in diesem Massstab geopfert werden sollte, störte weitherum. Doch nur dank der Intervention einer engagierten Gruppe gelang es, die SBG zu überzeugen, das erste gehobene Altstadthotel nördlich der Alpen zu schaffen. Wie wir wissen, ist die Bausubstanz vollständig restauriert (Wandbilder in Zimmern) und intelligent durch neue Substanz ergänzt. Die Gebäudegruppe des Hotels Widder wurde der Stolz des damaligen Bankpräsidenten Robert Holzach.

Stadelhofen

Im Zuge des S-Bahnprojekts im Kanton Zürich kam es – wie bei solchen Grossprojekten üblich – zu Ungereimtheiten: Zu viel Abbruch, zu viel unpassendes Gebäudevolumen, eine zu grosse und ungeschickte Operation im Stadtgewebe der ehemaligen Vorstadt Stadelhofen. Die selbe Gruppe wie beim Hotel Widder machte starken „Wind“ und beeinflusste damit das Ergebnis des laufenden Architekturwettbewerbs. Das Kücken, das schloff, wurde bald berühmt: Santiago Calatrava mit seinem Bahnhof. Sein Projekt brachte das Kunststück fertig, betörende und begeisternde Formen ins Stadtgewebe an der Hanglehne der Hohen Promenade zu integrieren. Ein Rekurs machte es dann noch möglich, die grossen Gärten bergseits der Häuser der Stadelhoferstrasse, die gigantische Blutbuche oberhalb der Geleise und zwei der prächtigen Gebäude an der Rämistrasse zu erhalten. Alles in allem ein schöner Blumenstrauss für Zürich!

Wehrlimühle

Sehr früh, in einer Zeit als Buchtitel wie „Bauen als Umweltzerstörung“ von Rolf Keller in der Schweiz und „Neues Bauen in alter Umgebung“ der Bayersischen Architektenkammer in ganz Europa zirkulierten, kam es auf dem Gelände der Wehrlimühle zu einer Pioniertat in der Stadt Zürich. Der Initiative der Familie Wehrli ist die bauliche Synthese von Alt und Neu zu verdanken und inhaltlich der bekannte Fächer von attraktiven Nutzungen. Ein abgelegenes Areal ist zu einem wertvollen Baustein der Stadt Zürich geworden.

Das Ziel der AGBB

Die AGBB-ZH hat sich – ermuntert durch diese Zürcher Beispiele – das ehrgeizige Ziel gesetzt, das krude Projekt der kantonalen Baudirektion auf eine attraktive Bahn zu lenken. An stelle eines Langzeitschadens, soll das Fundament für einen wertvollen und gewichtigen Baustein der Stadt Zürich gelegt werden.

Ein Rekurs ist immer die letzte Chance. Die Dringlichkeit im Hochschulprojekt ist hoch, denn die erste Bauphase enthält den grössten der städtebaulichen Verstösse: Die „Spitalwand“, 80 m lang, 32 m breit und 57 m hoch

Die AGBB fordert nach wie vor:

-Bessere Verteilung der Volumen im exponierten Hang des historisch gewachsenen Hochschulquartiers.


-Respektierung des Stadtbildes durch Vermeidung von exzessiven Bauhöhen


-Aufsplittung des Gebäuderiegels für klimatische Durchlässigkeit


-Niedere Bauten, die für einen modernen Spitalbau geeignet sind

 

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