In der Juni-Ausgabe der Quartierzeitschrift „Fluntermer“ ist ein Interview mit dem Rektor der Universität Zürich (UZH), Michael Hengartner zum Thema Hochschulgebiet erschienen. Die Antworten des UZH-Rektors lässt die Widersprüche zwischen Reden und Handeln dieses Exponennten der Hochschulpolitik in aller Klarheit an den Tag treten.

Vom Reden im Allgemeinen:

Michael Hengartner wirbt mit dem Lob der in der Top-Liga operierenden Akteure UZH, USZ und ETH für das Projekt „Berthold“, damit es so bleibt. Dann redet er sich zur Hochform, wie diese „Nähe zu den Quartieren gestatte, der Gesellschaft den Puls zu fühlen und mit ihr in lebendigen Austausch zu treten“. Wie gewohnt schwärmt er, wie wichtig „für die UZH und seinen Partnern der Dialog mit den Beteiligten ist und dass sich die Quartiere darin wiedererkennen können“. Hier spricht das viel-versprechende Vorstandsmitglied des Quartiervereins Oberstrass. Es wird seit Jahren viel blumig geredet, aber alles bleibt unverbindlich und ohne Umsetzung.

…. zum Handeln in Fakten:

Dann kommt der UZH-Rektor Michael Hangartner mit einem weiteren Machtpoker zur Sache, konkret und handlungsbewusst:

Der Spatenstich zum Neubau des Kinderspitals ist kaum über die Bühne, teilt Hengartner mit, dass der Regierungsrat das freiwerdende Kinderspitalareal in Hottingen der universitären Zahnmedizin zuteilt. Gemäss TA vom 25. Mai lässt sich der RR wie folgt zitieren: “Dazu habe er (der Regierungrat) sich bewusst gegen andere „Nutzungsansprüche“ entschieden“.

Das freiwerdende Areal mitten im Wohngürtel von Hottingen soll also ohne Rücksprache mit Stadtbehörden und Quartier der Bevölkerung entzogen und der universitären Zahnmedizin zugeschanzt werden. Orginalton Hangartner: „Wir stehen dieser Idee positiv gegenüber……“

Der nächste Schachzug im Grundstückschacher des Hochschulgebiets kündigt Michael Hangartner im Interview gleich selbst an. „Dieser Umzug der Zahnmedizin würde dem USZ die Ansiedlung eines Ambulatoriums an verkehrsgünstiger Lage neben dem USZ Kernareal ermöglichen“. Das Ambulatorium gehörte 2016 zum Raumprogramm der drei USZ-Kernareale. Jetzt wird plötzlich mit dem Zahnmedizin-Areal eine zusätzliche grosse Parzelle ausserhalb des Spitalareals dafür usurpiert. Nutzflächenersparnis hin oder her, jetzt werden noch weitere Bauareale verschachert!

Die Widersprüche der Führungsmannschaft um Regierungsrat Kägi , Rektor Michael Hengartner und USZ-Präsident Martin Waser werden immer frecher. Entgegen allen beruhigenden Reden in der Öffentlichkeit handelt Markus Kägi rasch und brutal zu Gunsten der Mitspieler des Hochschulprojekts. Eben wurde noch von Dialog gesprochen und schon wird dem Quartier Hottingen ohne jede Rücksicht das attraktive Kispi-Areal entzogen. Eben wurden von der Baudirektion noch die bisherigen Flächenersparnisse hochgejubelt, schon wird ein weiteres grosses Hochschulareal dem USZ zugeschoben. Damit werden alle Flächenreduktionen ins Gegenteil umgewandelt. Der Stadtrat schweigt und die betroffenen Hottinger schlucken vorerst ordentlich!

Unsere Erfahrung seit 2015:

Das Reden und Versprechen über „Quartierverträglichkeit, Dialog und lebendiger Austausch wird Lügen gestraft mit Arroganz und Obrigkeitsgehabe. Hinter der eingespielten Maske der alten Männerriege ist die Fratze des Machtgehabes wieder sichtbar.

Der Verein Zukunft Hochschulgebiet Zürich AGBB sieht sein Misstrauen bestätigt. Bauherrschaft und Akteuren des HGZZ fehlt jede Einsicht in die krassen Mängel des Vorhabens und es ist keinerlei Bereitschaft für eine Verbesserung des Projekts sichtbar. Die Antwort des Vereins ist klar: Der Rechtsweg wird konsequent weitergeführt. Die damit entstehenden Zeitverluste sind durch die Bauherrschaft zu verantworten.

Blick auf das Hochschulquartier: Das Areal Zahnmedizin liegt am Bildrand links vor dem Schwesternhochhaus

Blick auf das Hochschulquartier:
Das Areal Zahnmedizin liegt am Bildrand links vor dem Schwesternhochhaus

Blick auf das Hochschulquartier:
Das Areal Zahnmedizin liegt am Bildrand links vor dem Schwesternhochhaus