Uniklotz berichtet

Überblick AGBB-ZH

uberblick

1. Häfeli Moser Steiger-Bauten und Denkmalpflege

Der farbige Schutzplan (rot bis hellgelb) ist bekannt. Darunter sehr schöne Objekte (kleiner Hörsaal), die nicht für Erhaltung vorgesehen sind. Auch Gelenkbau zwischen Trakt West und Ost nicht. Fazit: Es wurde bereits auf wertvolle Substanz verzichtet. Güterabwägung ist bereits geschehen, doch – angesichts der Tatsache von Raumknappheit und zu starker Kompression von Bauvolumen am Hang – nicht in genügendem Umfang.

Die 3 HMS-Trakte sind heute spitaltechnisch überholt: viel zu geringe Bautiefe, nur einbündige Grundrissbänder, zu geringe Geschosshöhen, Nebeneinander von Behandlung und Patient nicht möglich.

Trakt „Rämi“ gestalterisch/städtebaulich wertvoll (Arkade/Eingang) – könnte als Eingangsbau erhalten werden, was auch gegenüber ETH-Gebäute von Vorteil wäre.
Trakt „West“ mit 10 Geschossen und geringer Bautiefe ziemlich unsinnig und unschön proportioniert: hohe dünne Wand, die viel verunmöglicht. Dazu störend für Neubauten entlang Schmelzbergstrasse: ergibt neu zu schmale Grundrisse, von denen es ja schon in den Altbauten zu viele gibt. Die unterschiedlichen Geschosshöhen verhindern Zusammenbau von Alt und Neu.
Trakt „Ost“ weist grosse Länge mit den selben Defiziten der Geschosshöhen und untiefen Grundrissen – jedoch als Neubau – auf. Die Patienten blicken über den 15m breiten Graben an die unattraktive Rückseite des HMS-Baus.

Alle 3 Trakte bedeuten 340 m Länge mit strukturell defizitäten Bauten! Nimmt man die Abstände vor und hinter den Trakten hinzu, ergibt sich ein Band von etwa 45 m Breite. Zusammen mit der genannten Länge bedeutet das 50% Mehrfläche zur bereits ausgewiesenen Neubaufläche zwischen Schmelzberg- nach oben verschobener Sternwart- und Gloriastrasse.

Die Erhaltung der HMS-Bauten heisst deshalb Verzicht auf 50% zusätzliche Baufläche. Darum die Kompression und die Hochhäuser, die für Spitäler nicht geeignet sind. Das vom Kantonsrat geforderte „moderne Spitzenspital“ ist gar nicht möglich.

Erhaltung der HMS-Bauten heisst auch Aufgabe des Haupteingangs an der Rämistrasse mit den Wichtigen Tramverbindungen (u.a. Circle).

Anatomiegebäude: Das Gebäude von 1840 (Rest des ursprünglichen, aber abgetragenen Spitals) ist ausgehöhlt. Sein charaktergebender Anatomiesaal mit Stufen im Halbkkreis existiert nicht mehr. Der Berthold-geschichtlich sehr späte und nachträgliche Beschluss (Herbst 2016), auch diesen Teil noch zu erhalten, bedeutet den Verlust grosser Baumasse, die im Masterplan 2014 noch gezeigt wurde. Für die Wettbewerbsarchitekten bietet sich deshalb kaum mehr eine Möglichkeit, aus der höhentreibenden Kompression herauszukommen und sinnvolle horizontal organisierte Spitalbauten vorzuschlagen.

2. Grünraum

Oft wird gefordert, alles Grün zu erhalten. Das heisst aber für den von den 3 Spitaltrakten eingeschlossenen Cul de sac die Erhaltung eines ursprünglich sinnvollen aber heute nicht mehr benötigten Genesungsparks. Die eingeschlossene Parkfläche einget sich nicht als öffentliche Grünfläche und sollte demnach als Baufläche freigegeben werden. Der mittlere Teil darf als Parkfläche bezeichnet werden, doch ist es unsinnig, auch den heutigen Parkplatz an der Gloriastrasse, der heute keine Grünfläche ist, in dieser Situation der Raumknappheit neu zur Grünfläche zu schlagen. In der Bilanz sind also 2/3 der Grünfläche diskutabel.

3. Sternwartstrasse

Diese neue und künstliche Achse ist in höchstem Masse erzwungen:

  • Auf die Länge des Spitalareals muss der bisherige Abschnitt in den Hang hinauf (z.T. in fremde Grundstücke hinein) verschoben werden. Dies bedingt den Abbruch von noch lange funktionsfähigen Bauten (z.B. neue Hörsääle im ETH-Bau am Gloriarank).
  • Die Fortsetzung nördlich der Schmelzbegstrasse bedingt den Abbruch aller Vorbauten inkl. grossem Hörsaal des Frauenspitals, dazu den Abbruch eines grossen relativ neuen Spitalbaus weiter nördlich.
  • Städtebaulich ist diese künstliche horizontale Achse im vertikal organisieren Hang des Zürichbergs strukturwidrig.
  • Anfang- und Endpunkt sind eines Boulevards nicht würdig.
  • Bei 22 m Breite und 30 m Bauhöhe entsteht nicht ein heller Boulevard, sondern eine Strassenschlucht.
  • Die grossen Bautiefen an der horizontal im Hang liegenden Achse erzeugt talseits grosse aus dem Hang ragende Fassaden.

Auf diese fragwürdige Achse könnte ohne die Raumverschwendung im Bereich Rämistrasse verzichtet werden.

4. Bauhöhen und Stadtbild

Die AGBB empfiehlt seit 2015 einen stadtverträgliche Höhenplafonds von 480 m ü. M.
Der sog. Synthesplan von 2014 hält diesen Plafonds im Berich Wässerwies der Universität fest. Alle ausgedehnten „Flachbauten“ des Spitals liegen jedoch bei 500 m ü. M. Drei Hochhäuser gehen auf 521, 510 und 532 m ü. M.
Gefährlich ist, dass der Kantonsrat mit der Genehmigung des Richtplans anfangs 2017 einen Höhenplafonds von „512 m ü. M. über alles“ beschlossen hat. Damit ist die Verträglichkeit mit dem Stadtbild von Zürich auf allen Arealen in Gefahr.

5. Klima

Der sich auf 600 m Länge ausdehnende Gebäuderiegel im Bereich zwischen Haldenbauch- und Zürichbergstrasse, der talseitige Erhebungen zwischen 30 bis gegen 50 m aufweist, bildet einen horizontalen Klimariegel in der Hanglage des Zürichbergs. Vormittägliche Fallwinde und nachmittägliche Thermik am Zürichberghang bringen heute für die Innenstadt Luftbewegung und Luftaustausch und Nachfliessen zum/vom See oder Limmattal. Drei Artikel im TEC 21 (Schweizerische Bauzeitung) vom 31. März 2017 zeigen die Anstrengungen von Städten gegen die sommerliche Überhitzung.

6.Kosten

Die Erhaltung der HMS-Bauten erzeugt Mehrkosten:

  • Grössere Geschosszahl durch Kompression
  • Vermehrtes Bauen im Hang (Hangsicherung, längere Bauzeit, hohe Mehrkosten)
  • Verschiebung der Sternwartstrasse verbunden mit unnötigen Abbrüchen
  • „Boulevard“ Sternwartstrasse

1 Kommentar

  1. Felix de Fries

    Beim Anschauen der geplanten Neubauten wird jedermann klar, dass eine sinnvolle Nutzung des Areals für Spitalbauten beim Erhalt aller HMS-Bauten nicht möglich ist. Mit dem Erhalt des Trakts Rämi als Eingangszone, der das beruhigende Signal einer ambitionierten, menschengerechten Medizin aussendet und des angehängten Trakt-West, der diesen Spirit noch weiterträgt, wäre der Geschichte dieses Spitals in der Stadt sicher eine gute Referenz erwiesen, sodass der Trakt Ost abgerissen werden könnte. Auch das alte Anatomiegebäude, das nun erhalten werden soll, erzählt von dieser Geschichte, ebenso wie der Grünraum davor, der durch Abbruch der Parkplätze neben einer weitgehend freigehaltenen „Wässerwies“ erweitert werden könnte. Dass durch den Abbruch die Planungen am Berg mit den hohen Bauten an der Sternwartstrasse zurückgenommen würden, die zweifellos ein Schattenloch und einen Klimakeil schaffen würden, scheint unwahrscheinlich, nach dem dies nach der Verlegung der Zahnklinik auf das frei werdende Areal des Kinderspitals und Nutzung des Areals an der Plattenstrasse für ein neues Ambulatorium nicht möglich wurde. Hier geht es offensichtlich um das Grösstmögliche und das Monumentale und nicht um das Landschafts- bzw. Menschengerechte. Unklar ist weiterhin die Arbeitsteilung des neuen Universitätsspitals mit anderen Spitälern bei der Gesundheitsversorgung in der Region und ihrer Finanzierung. Nicht zu vergessen ist, dass das neue Universitätsspital durch grosse Neubauten des Universität auf der Wässerwies, an der Plattenstrasse und auf dem Schanzenberg umgeben werden soll, deren Funktionen im Sinne einer thematischen Konzentration bzw. der angekündigten Nähe von Forschung, Lehre und Anwendung in der Medizin trotz laufendem Architekturwettbewerb weiterhin im Einzelnen unklar sind. ihttps://www.stadtuniversitaet.uzh.ch/de/projekt/zentrum.html Hier soll also, trotz Neubauten in Oerlikon, auf dem Wagi-Areal in Schlieren und den für die Zukunft geplanten Neubauten auf dem Campus Irchel eine weitere starke Verdichtung stattfinden, welche die Personen und Verkehrsströme im Hochschulquartier noch stark erhöhen dürfte. Die in der Stadt (von Oerlikon, über den Irchel bis nach Schlieren) verteilten Uni-Institute und die Polikliniken des USZ und des Kinderspitals im Circle beim Flughafen Kloten dürften für viele Leute lange, anonyme Wege bedingen, die viele von ihnen nicht einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen können. Für den Güterverkehr mit dem Ziel Zürich oder durch die Stadt Zürich gibt es trotz Klimaerwärmung kein klares Gesamtkonzept, sondern partielle Lösungsvorschläge, wie das Waidhaldentunnel, welche kaum nachhaltig wirken würden.

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