Das Baurekursgericht hat die Gestaltungspläne der Baudirektion mit der Begründung aufgehoben, dass die Stadt Zürich zuerst die Grundlage für die weitere Planung schaffen müsse, nämlich eine BZO (Bau- und Zonenordnung) für das Hochschulquartier. Damit kommt die Planung (endlich) in die Hände, in die sie auch gehört. Der Ort des Geschehens ist die Stadt und die Stadt ist es, die das Multimilliarden-Generationenprojekt aufzunehmen hat.

Die Geburtsfehler, die das Volumen komprimieren und den Hang hinauf drücken und das Stadtbild schädigen, müssen korrigiert werden, bevor an die Realisierung geschritten wird.

Noch ist kein Baufranken ausgegeben – der Zeitpunkt, die notwendigen Verbesserungen vorzunehmen, ist günstig.

Das Gericht gibt dem Gemeinderat die Möglichkeit, das Projekt im Interesse der Stadt umzuformen. Die Bevölkerung der Stadt, aber auch die des Kantons wird es einst dem Einsatz des Gemeinderats danken.

Es ist nicht nur die Öffentlichkeit die profitiert. Es wird auch das Universitätsspital selbst sein. Die genannte Kompression treibt die Spitalbauten in die Höhe. Hochhäuser und Patientensilos sind jedoch ein Konzept von gestern. Das Allgemeine Krankenhaus Wien, aber auch das Frauenspital – beide aus den frühen siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts – gelten heute als abschreckende Bespiele. Moderne Spitzenspitäler sind horizontal organisiert und wollen Patient und Behandlung möglichst nebeneinander. Zürich soll da nicht abseits stehen, sondern die Chance erhalten, ein modernes Spitzenspital zu realisieren. Das sich bereits im Bau befindliche Kinderspital auf der Lengg macht es mit einem übersichtlichen in die Breite angelegten Bau vor. Dass die selbe Bauherrschaft im Hochschulgebiet in die Höhe geht, liegt an den äusseren Zwängen, die die Baudirektion auferlegt.

Erst die Kompression der Bauvolumen und der Druck den Hang hinauf führten zur Idee einer neuen hochliegenden Sternwartstrasse. Dabei ist zu bedenken, dass dieser Durchbruch in Form eines „Percement“, wie es das Paris Haussmanns kannte, zu hohen zusätzlichen Kosten führen wird. Auf 600 m Länge müssten zuerst Bauten abgebrochen werden, um Platz zu schaffen. Nicht baufällige mittelalterliche Substanz wäre betroffen, sondern meist noch funktionstüchtige Bauten, die Ihren Lebenszyklus noch nicht abgeschlossen haben.

Nach Ansicht der AGBB führen mehrere Ansätze gemeinsam zum Ziel:

  • Die erst noch um einen Hof angeordneten „dünnen“ folienartigen HMS-Bauten könnten durch flächige Bauten grosser Bautiefe ersetzt werden (Behandlung im Inneren / Patienten an den Fassaden). Der Rämitrakt – gegenüber der ETH – könnte als „Eingangsportal“ erhalten bleiben. Der nutzlose „Parksack“ würde zu Baugelände. Auch der Parkplatz in der Ecke Gloria- Rämistrasse müsste nicht in dieser gut erschlossenen Lage in Grünraum umgewandelt werden. Seine Fläche könnte umgelagert werden und das Baufeld des Spitals für grosszügige Lösungen arrondieren. Der mittlere baumbestandene Drittel des Parks würde nicht tangiert.
  • Nach oben abnehmende Dichte sorgt für Einordnung ins Stadtbild. Herausstechende Volumen (wie Frauenspital 1974) werden vermieden und es findet ein Übergang zu den Wohnquartieren statt. Durch richtige Zonierung würden die Bauten mit nach oben abnehmender Gebäudehöhe in den Hang hineingestuft. Das ist der Weg, den Raumanspruch der Institutionen mit dem Stadtbild in Einklang zu bringen.
  • Es ist denkbar, dass das teure „Percement“ für eine neu zu schaffende Sternwartstrasse gar nicht nötig ist. Damit wäre eine von den 4.5-6 Milliarden eingespart.