Die Rückweisung der drei kantonalen Gestaltungspläne Kernareal Ost, Wässerwies und Schmelzbergareal durch das Baurekursgericht sendet den städtischen Behörden ein deutliches Signal zur Stärkung der Gemeindeautonomie! Er gibt der Stadt Zürich die Chance zur Emanzipation aus der jahrelangen Anpassungshaltung an den Kanton in Sachen Hochschulprojekt. Jetzt ist der Gemeinderat mit den Volksvertretern gefordert, mit der Revision der BZO Hochschulgebiet (BZO HGZZ) eine eigene Position zur besseren Gestaltung des Hochschulprojekts einzunehmen. Im äussersten Fall einer BZO HGZZ mit geringfügigen Verbesserungen stehen demokratische Mittel wie ein Rekurs oder ein Referendum dem Volk zur Verfügung. Eine demokratische Mitsprachemöglichkeit, welche der Kanton umgehen wollte.

Die AGBB-ZH bleibt am Ball und arbeitet vertieft an einem Weg, um gangbare Lösungen mit dem Ziel eines verbesserten Projekts zu entwickeln. Wir verfolgen die inzwischen bekannt gewordenen Reduktionen der Flächen beim USZ und rechnen damit, dass im Verlauf der Wettbewerbe auch bei der Universität Einsparungen bezüglich Nutzungsflächen möglich sind. Kleinere Volumen verbunden mit einer Erweiterung der Baulandfläche ergibt eine bessere Verteilung, welche zu deutlich mehr Spielräumen punkto Gliederung und Gebäudehöhen führt. Der Rekurserfolg mit der Aufhebung von drei vom Kanton festgelegten Gestaltungsplänen hat möglicherweise einen Meinungsumschwung bei den Behörden der Stadt Zürich bewirkt.

Als Ziel der AGBB-ZH für die BZO-HGZZ gilt weiterhin, die Interessen der Stadtbevölkerung mit deutlichen Verbesserungen zugunsten des Städtebaus, des Stadtklimas und des Verkehrs wahrzunehmen. Dazu gehört, einen Höhenplafonds von 480 Meter ü.M. und eine Reduktion der Geschosszahlen als Übergang zu den Wohnzonen zu verankern. Ebenso müssen massive Bauten in der Hanglage und in der Folge davon auch eine Verlegung der Sternwartstrasse vermieden werden. Neben weiteren Flächenreduktionen könnten auch Teile der HMS-Bauten abgebrochen werden, um eine bessere Verteilung der Bauvolumen in die Ebene der Platte zu erreichen. Damit wird gleichzeitig ein besserer öV-Anschluss an der Rämistrasse sichergestellt.

Im Umfeld des Stadtrats ist eine solches Umdenken nicht einfach. Der Baurekursentscheid gibt dem Gemeinderat die Gelegenheit, dem Powerspiel des Kantons gegen die städtische Interessen eine BZO HGZZ mit einer autonomen, stadtverträglichen Lösung gegenüberzustellen. Wir werden weiter wie bisher mit sachlichen Argumenten und planerischen Grundlagen argumentieren und in der Öffentlichkeit wie auch in den politischen Gremien präsent bleiben.

Eine Diplomarbeit der ETH, die in der NZZ vom 14. April 2016 publiziert wurde.

Eine Diplomarbeit der ETH, die in der NZZ vom 14. April 2016 publiziert wurde.