Uniklotz berichtet

Die Projekte für das Forum der Universität und das Kernareal des Universitätsspitals

In Hellblau rechts das Forum der Universität auf der „Wässerwies“ und die 1. Etappe des Kernareals Ost des Universitätsspitals und weiter links (weisse Bereiche) die später folgenden Etappen. (Bild Baudirektion).

In Hellblau rechts das Forum der Universität auf der „Wässerwies“ und die 1. Etappe des Kernareals Ost des Universitätsspitals und weiter links (weisse Bereiche) die später folgenden Etappen. (Bild Baudirektion).

Baudirektion, Universität und Spital haben am 8. Januar an ihrer Medienkonferenz über das Resultat des Wettbewerbs für das Forum der Universität und den Studienauftrag für das Spitalareal orientiert. Die AGBB nimmt hier folgend eine erste Wertung aus ihrer Sicht vor. Die Gestaltungspläne für diese beiden Areale wurden im März letzten Jahres durch Entscheid des Baurekursgerichts des Kantons Zürich aufgehoben.

Forum Universität Zürich auf der Wässerwies

Der von der AGBB bereits 2015 geforderte Höhenplafonds für die HGZZ-Bauten von 480 m ü. M. ist sogar unterschritten worden. Die Architekten Herzog & de Meuron haben alles unternommen, zu Gunsten des Stadtbildes das oberirdische Volumen in Schranken zu halten. Trotzdem ist es gelungen der Rämistrasse (die Ringstrasse von Zürich) einen grosszügigen Aussenraum zu schenken.

Ein Querschnitt, beginnend mit der Rämistrasse und dem unterfangenen grossen Vorplatz darf bezüglich Zirkulation, Aussenraum und Lichtführung in die Untergeschosse als grosser Wurf gelten, der das Kunststück Stadtbild / Raumprogramm erst ermöglicht.

Wermutstropfen ist einzig die Nähe des Volumens zum sogenannten Schwesternhochhaus, das als aufragende „Stele“ rundum Freiraum verlangt. Auch Herzog & de Meuron können nicht alle Wunder vollbringen.

Die grosszügig konzipierte Vorzone des Forums der Universität ist ein Beitrag an den Aussenraum der Rämistrasse und wertet diese als Ringstrasse von Zürich auf.

Die grosszügig konzipierte Vorzone des Forums der Universität ist ein Beitrag an den Aussenraum der Rämistrasse und wertet diese als Ringstrasse von Zürich auf.

Kernareal des Universitätsspitals Zürich

Auf dem Spitalareal ist das Werk, trotz guter Arbeit von Christ & Gantenbein, noch nicht gelungen. Die Baukörper mit 33 bis über 40 m Höhe stehen oberhalb der „Platte“ bereits im Hang und ragen – für eine Hanglage – zu stark ins Stadtbild.

Was in der Stadt Zürich seit dem Frauenspital 1974 befürchtet wird, ist eingetroffen: weitere Hochhäuser im Hang

Unvermeidlich ist dieses Resultat, weil weit über die Hälfte des Spitalareals, vor allem unten in der Ebene der Platte, durch die weit ausgreifenden Arme der HMS-Bauten besetzt ist. Es handelt sich um eine zu ihrer Bauzeit gediegene Spitalarchitektur, die sich aber heute infolge zu geringer Bautiefen und Geschosshöhen für ein modernes Spitzenspital nicht mehr eignet.

Zur Orientierung: Das Kernareal Ost, an der Gloriastrasse gelegen, gilt mit zwei grossen Bauten als bald zu realisierende 1. Etappe. Weitere Etappen mit zwei Grossbauten und einem Labortrakt sollen in grösserem zeitlichem Abstand folgen.

Im Konzept von Christ und Gantenbein ist Qualität angelegt: Mit der horizontal angeordneten „Magistrale“ (Hauptbewegungsachse) und den vor allem bergseits daran angelagerten vier „Giga-Pavillons“. Doch ist die Anlage aus Platzmangel zusammengepresst und steigt deshalb mit viel zu hohen Innenhöfen – die dadurch zu Schächten werden – in die Höhe.

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Die Qualität: Die „Marginale“, horizontal im Hang, erschliesst übersichtlich alle vier Grossbauten. Rechts die beiden Bauten der 1. Etappe.

Der Schein trügt: Diese Hofbebauungen sind „Hofburgen“, deren Schächte mit Tiefen von 33 bis über 40 m keine Grünflächen möglich machen. Für diesen Bautypus wird eine Bezeichnung gesucht: Giga-Pavillons“, „Hofburgen“?

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Das Problem: Die „Hofburgen“, infolge Knappheit der Flächen aufgetürmt, sind zu dem geworden, was wir schon immer vermieden wollten: „Klötze“ oder „Warzen“ im Hang. (Stadtmodell im Amtshaus IV).

Der Studienauftrag hat deutlich gezeigt, dass das zur Verfügung stehende Baufeld am oberen Rand des Spitalareals für das Raumprogramm, trotz der vorgenommenen Flächenreduktionen, zu klein ist

Jetzt ist der Moment gekommen, zwei der drei HMS-Trakte zu opfern, die Magistrale hinter der HMS-Rückfassade hervorzuholen und talseits um die sich ergebenden etwa 15 m direkt an den Park zu verschieben. Die Magistrale käme tiefer zu liegen und die Gebäudehöhen könnten durch Verteilung auf eine grössere Fläche abgesenkt werden. Für das Kernareal Ost heisst das: Absenkung der Gebäudehöhen auf 480 m ü. M. Erst mit diesen Anpassungen erlangt das Projekt von Christ und Gantenbein die Qualität, die wir von einem Generationenprojekt erwarten.

Bürgerschaft, Politik und Presse sind gefordert, diesem längst fälligen Quantensprung jetzt und damit rechtzeitig zum Durchbruch zu verhelfen

„Nichts auf der Welt ist so mächtig, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist“ (Victor Hugo).

3 Kommentare

  1. Felix de Fries

    Korrektur: Die Grünen haben das PJZ auf dem Güterbahnhof-Areal bekämpft.
    Die Grünen haben beim informellen Deal: Räumung des Kasernenareals gegen Bau des PJZ auf dem Güterbahnhof-Areal nicht mitgemacht.

  2. Felix de Fries

    Das Übersichtsbild zum Areal des Kinderspitals zeigt den Raum, der für Neubauten des neuen USZ zur Verfügung stehen könnte. Er ist gut erschlossen und liegt in nächster Nähe zu den geplanten Neubauten des USZ an der Gloriastrasse.

    https://www.kispi.uzh.ch/de/kontakt/Seiten/document.axd?id=72191d83-af73

  3. Felix de Fries

    Fortsetzung der Päckli-Politik der Stadt Zürich
    Die Stadt Zürich macht weiter mit ihrer Päckli-Politik in Zürich-Nord und hat für die Abstimmungsvorlage vom 10. Februar den Neubau eines Alterszentrums in Seebach mit dem Bau einer städtischen Wohnsiedlung mit 129 Wohnungen dort gekoppelt. Dem Stimmbürger wird dabei einmal mehr die Möglichkeit genommen, über die einzelnen Projekte, die nichts miteinander zu tun haben, im Einzelnen zu befinden. Dieser schleichende Abbau unserer demokratischen Rechte beschädigt das Vertrauen in unsere Institutionen und befördert so den Populismus. Deshalb sollten wir aus staatsrechtlichen Gründen diese Vorlage bachab schicken.

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