Uniklotz berichtet

Ist das Spitalprojekt überhaupt heilbar ?

Titelbild

Der Fokus dieses Beitrags liegt auf dem Projekt des Universitätsspitals. Es wird der Frage nachgegangen, ob die fehlende Verträglichkeit mit dem Stadtbild überhaupt heilbar ist. Tatsache ist, dass die Gebäudehöhen von 33 bis über 40 Metern die Hochhausgrenze von 25 Metern überschreiten. Es darf nicht hingenommen werden, dass wir 45 Jahre nach dem Frauenspital 1974 plötzlich erneut mit unpassenden Klötzen (Warzen im Hang) konfrontiert werden.

Die Schächte

Die Bauten mit grünen Wiesen in den Höfen evozieren instinktiv das innere Bild von Geräumigkeit und Ruhe.

Die Bauten mit grünen Wiesen in den Höfen evozieren instinktiv das innere Bild von Geräumigkeit und Ruhe.

 

Bekanntes Beispiel ist die Klosteranlage von Galluzzo bei Florenz. Das Verhältnis von Breite zu Höhe beträgt 8:1.

Bekanntes Beispiel ist die Klosteranlage von Galluzzo bei Florenz. Das Verhältnis von Breite zu Höhe beträgt 8:1.

 

Wir sehen: die schönen Pläne haben Illusionen geweckt, doch es wird kein Gras wachsen: Denn die vermeintlichen Höfe sind Schächte. Im nördlichsten Hofgebäude stehen Breite zu Höhe im Verhältnis von 3:8. Das heisst in Metern: 15.50 breit : 36.90 hoch.

Wir sehen: die schönen Pläne haben Illusionen geweckt, doch es wird kein Gras wachsen: Denn die vermeintlichen Höfe sind Schächte. Im nördlichsten Hofgebäude stehen Breite zu Höhe im Verhältnis von 3:8. Das heisst in Metern: 15.50 breit : 36.90 hoch.

 

Beim Versuch, der gegenwärtigen Ausformung des Bautypus näher zu kommen, fällt in Zürich das Auge auf den Jelmoli-Komplex mit seinen hochformatigen Höfen.

Beim Versuch, der gegenwärtigen Ausformung des Bautypus näher zu kommen, fällt in Zürich das Auge auf den Jelmoli-Komplex mit seinen hochformatigen Höfen.

 

Der im letzten Beitrag beschriebene Mangel an Bauland führt zur Volumenkompression und hinterlässt mit den engen Höfen Spuren, die für eine öffentliche Anstalt wie das Universitätsspital nicht tragbar sind. Sollen die drei „Hofburgen“ grössere und niedrigere Höfe erhalten, so führt kein Weg an einer Ausweitung des Baufeldes vorbei.

Mangelhafte Auseinandersetzung mit der Hanglage

Im Unterschied zum Forum der Universität, welches den von der AGBB seinerzeit vorgeschlagenen Höhenplafond sogar leicht unterschreitet, durchbrechen die vier Grossbauten den Bauhorizont im Hang und stechen, wie 1974 das Frauenspital aus dem Hang heraus. Sie schwingen sich auf die selbe Höhe wie der viel höher im Hang situierte Bau der Elektrotechnik. Um den Übergang zu den Wohnquartieren zu schaffen, sollten die Gebäudehöhen hangaufwärts eher abnehmen. Doch geschieht hier genau das Gegenteil. Unten an der Rämistrasse weist der Bau des Forums der Universität eine Gebäudehöhe von 28 m auf und oben, wo es kritisch wird, bringt das Spital 33 – über 40 m.

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Die Forderungen der AGBB-ZH

  1. Das Baufeld für die 3 Etappen der Spitalbauten ist zu erweitern. Wie schon früher beschrieben, sind dazu 2 von 3 HMS-Trakte zu opfern. Der Flächengewinn dreht sich um 30 %!
  2. Für die 1. Etappe, die nicht vom Verschwinden der HMS-Trakte profitieren kann, ist eine Reduktion der Geschossflächen unumgänglich. Mögliche Kompensationen liegen in der Ausschöpfung der Mantellinien talseits bei der alten Anatomie und bergseits an der Gloriastrasse. Im Übrigen bringt der Abbruch der HMS-Trakte eine beträchtliche Verschiebung und Tieferlegung der Magistrale, die alle Neubauten verbindet.

Alles geschickt nutzend, kommt die Magistrale direkt an den Park zu liegen, die Gebäudehöhe sinkt unter 25 m (den im Kanton Zürich geltenden Grenzwert für Hochhäuser) und die Höfe der neuen Spitalgebäude werden grösser und niedriger. Der denkmalpflegerisch wertvollste Trakt der HMS-Bauten an der Rämistrasse und gegenüber dem Hauptgebäude der ETH bleibt bestehen.

Die Architekten Christ & Gantenbein sind talentiert und haben bereits im Wettbewerb für die Erweiterung des Landesmuseums ihre Flexibilität mit einer beträchtlichen Anpassung ihres Wettbewerbsentwurfs demonstriert.

1 Kommentar

  1. Regula Lorenz

    Die Herren Häfeli, Moser und Steiger würden sich wohl im Grab umdrehen, wenn sie wüssten, wie ihre Bauten verhindern, dass die geplanten neuen Spitalbauten sich gut ins Stadtbild einfügen können und gäben gerne ihr Spital dem teilweisen Abriss preis.Schade, dass man sie nicht fragen kann!

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