Uniklotz berichtet

Bauten, Stadt und Hanglagen

Das heutige Spitalgeviert. Oben rechts das in Text und Graphik kommentierte Gebäude der Elektrotechnik der ETH.

Das heutige Spitalgeviert. Oben rechts das in Text und Graphik kommentierte Gebäude der Elektrotechnik der ETH.

Was Zürich interessant macht, sind, abgesehen von seinem See, die dritte Dimension der Hanglagen. Gegenüber liegen der Zürich- und der Friesenberg, abgedreht der Hönggerberg. Seit der Präsentation 2014 des Generationenprojekts HGZZ erwecken die von der Baudirektion vorgeschlagenen Gebäudevolumen in ihrer übertriebenen Höhenentwicklung am Hang des Zürichbergs Anstoss.

Was haben die Architekturwettbewerbe gebracht?

 Die unten stehende Graphik veranschaulicht, dass das Forum der Universität einen Massstab aufweist, der sich in die allgemeine Kulisse der Stadt integrieren kann. Von den Spitalbauten lässt sich dies nicht sagen. Sie tanzen aus der Reihe indem sie den allgemeinen Bauhorizont übersteigen. Berits im Hang positioniert, kommt dies noch deutlicher zum Ausdruck. Der vor mehreren Jahren von der AGBB geforderte Höhenplafonds von 480 m ü. M. scheint, wie die Graphik zeigt, eine gute Zahl zu sein: Nimmt man die Fusskote des Spitalbaus von 455 m und addiert 25 m Gebäudehöhe (Grenze Hochhaus gemäss Baugesetz), so ergeben sich die 480 m ü. M.

Wenn wir am Vergleichen sind, bietet sich das weiter oben im Hang stehende Gebäude der Elektrotechnik an. Mit seinen 20 m Erhebung ragt es, wie wir täglich sehen können, bereits markant aus dem Hang. Das Spitalprojekt jedoch sprengt mit den Fassadenhöhen von 34 und 42 m den Rahmen.

bucht

Spitalbastionen gegen den Hang

 Vergegenwärtigt man sich noch, dass es sich um mehrere Grossbauten mit Innenhöfen handelt, dann würde sich einst das Bild von 4 Spitalbastionen ergeben, die sich gegen den Hang und damit gegen die Quartiere stellen. Sie trennen die diese von der Stadt und behindern als bauliche Hindernisse – klimatisch gesehen – die Luftzirkulation.

Schattenwurf der vier Baukuben des Universitätsspitals, Einstellung Süd, unter einem Sonnenwinkel von 45°. In der unteren Bildhälfte die HMS-Trakte, welche den Park einfassen

Schattenwurf der vier Baukuben des Universitätsspitals, Einstellung Süd, unter einem Sonnenwinkel von 45°. In der unteren Bildhälfte die HMS-Trakte, welche den Park einfassen

Schattenwurf der vier Baukuben des Universitätsspitals, Einstellung Süd, unter einem Sonnenwinkel von 45°. In der unteren Bildhälfte die HMS-Trakte, welche den Park einfassen

Der Gemeinderat kann es richten

Damit das Generationenprojekt gut kommt, muss jetzt das  Spitalprojekt und die  Hanglage ins Gleichgewicht gebracht werden, bevor die Planung fortgesetzt wird. Die Politik ist gefordert. Eine Spezialkommission des Gemeinderats hat durch Verfügung des Baurekursgerichts vor einem Jahr die Chance erhalten, eine Bau- und Zonenordnung für das Hochschulquartier auszuarbeiten. Damit wird es möglich, den Vorschlag des Stadtrates von Zürich, der den untauglichen Richtplan des Kantons blind übernommen hat, zu ersetzen. Die Kommission kann eine dem Stadtbild angepasste Zonierung vorschlagen und zu hohe Bauten und die damit verbundene Klimabarriere verhindern. Die Erwartungen an die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte sind hoch.

 

4 Kommentare

  1. Felix de Fries

    PS VII Rosengarten-Tram
    Ein Tram vom Irchel über den Milchbuck, den Bucheggplatz über die Rosengartenstrasse und über die Hardbrücke könnte ganz ohne einen Tunnel realisiert werden. Nötig dazu wäre der Bau eines Tram Trasse vom Milchbuck durch die Bucheggstrasse zum Bucheggplatz und von dort über die Rosengartenstrasse und die Hardbrücke bis zur Station Hardbrücke, von wo es über die bestehende Trasse der Linie 8 zum Hardplatz gelangen könnte., und von dort über den Stauffacher und den Paradeplatz zum Bellevue und von dort über den Irchel wieder zum Milchbuck. (Eine Endlos-Linie wäre in beiden Richtungen möglich.) An der Station Hardbrücke können die Passaigiere auf die vielen, dort verkehrenden S-Bahn-Linien und den Bus Nr. 33 umsteigen, der sie zum Albisriederplatz, Schmidte Wiedikon und schliesslich nach Wollishofen bringt oder auf die Linie 8 zur Pfingsweidstrasse und zum Bahnhof Alstetten. Am Hardplatz könnten die Passagiere auf den Bus Nr. 31 Richtung Bahnhof, Central, Kreuzplatz bzw. Richtung Alstetten- Farbhof usw. umsteigen. Der Albisriederplatz müsste dazu also gar nicht umgebaut werden, wie von den Tunnel-Promotoren behauptet wurde. Auch einen Tunnel für eine Unterquerung des Platzes wäre nicht nötig. Fazit: Eine wirkunsvolle Lösung für die Verkehrsprobleme wäre schon Morgen mit vergleichsweise niedrigen Investionen nötig. Dadruch könnte der Auto-Verkehr über den Rosengarten reduziert werden, der heute zu hohen Feinstaub-Belastungen im Quartier führt.
    https://awel.zh.ch/internet/baudirektion/awel/de/luft_klima_elektrosmog/luftqualitaet.html#feinstaub
    Andere Massnahmen zur Verkehrsreduktion am Rosengarten wären die Einführung eines 20 Minuten Takts für die S6, die 15 und die S19, Schaffung einer tangentialen Linie von Baden über Altstetten nach Oerlikon, sowie der Ausbau der Strecke Hinwil-Bauma für eine direktere Anbindung des Tösstals ans Zürcher S-Bahn-Netz. Der jetzt stattfindende Ausbau der Nord-Umfahrung beim Gubrist-Tunnel dürfte eine weitere Entlastung ermöglichen.

  2. Felix de Fries

    Die hohen Kosten für seine Neubauten wird das neue USZ also über die Preise der einzelnen medizinischen Leistungen finanzieren, die wir als Patienten zu bezahlen haben werden und nicht über Steuergelder. Das ist das, was Martin Waser wohl mit dem Statement gemeint hat, das Projekt und auch seine Kosten müssten etappiert werden. Dazu ist es sicher nötig, dass wir wir alle 4 Jahre automatisch wegen ständig steigenden Gesundheitskoste Fr. 50.- mehr Franchise bezahlen, wir jetzt der Ständerat beschlossen hat. Wenn die 5 Bauetappen des neuen USZ je 600 Millionen kosten würden, dann landeten wir am Schluss bei einem Endbetrag von gut 3 Milliarden Fr. Baukosten. Sie könnten aber mit der Zeit auch noch etwas teurer werden.

  3. Felix de Fries

    Im Unispital der Zukunft gibt es nur Einzelzimmer,
    Lisa Maire Zürich West vom 17.1.2019 Seite 7
    http://www.lokalinfo.ch/uploads/media/ZW_2019_01_17.pdf

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