Uniklotz berichtet

„ K l u m p e n “

Vier „Klumpen“ des Universitätsspitals stemmen sich in der Steigung des Hangs gegen die Quartiere. Im Vordergrund die Kirche Fluntern.

Vier „Klumpen“ des Universitätsspitals stemmen sich in der Steigung des Hangs gegen die Quartiere. Im Vordergrund die Kirche Fluntern.

Woher der Architekturbegriff „Klumpen“?

Bereits nach der Präsentation vom 8. Januar 2019 hat Uniklotz mit der Bezeichnung der neuen Bauformen des Universitätsspitals gerungen: „Hofburgen“, „Giga-Pavillons“ oder sogar „Jelmolikomplexe“. Nun hat sich die führende Architekturzeitschrift der Schweiz „werk, bauen+wohnen“ in ihrer neusten Nummer 3 – 2019 den Gewinnerprojekten von Universität und Spital gewidmet. Auch dort hat man gerungen und hat als Bezeichnung „Klumpen“ vorgeschlagen.

Die AGBB / Uniklotz hat sich, wie Sie im Bild oben sehen, inzwischen erlaubt, alle vier Bauten des Spitals für Sie aufzureihen. In früheren Bildern des Stadtmodells (Amtshaus IV) waren lediglich die beiden Grossbauten der 1. Bauetappe (links) sichtbar.

Es ist für jedermann vorstellbar, dass sich auch Grossbauten in den Hang hinaufstufen, ohne dabei zu stark aus diesem herauszuragen.

Doch diese vier mangels Baufläche in die Höhe getriebenen Klumpen gehen an der Hochhausgrenze von 25 Metern vorbei und ragen mit ihren 33 bis über 40 Metern Höhe weit aus dem Hang. Wir bekommen, was wir nie wollten: Kinder des Frauenspitals 1974. Weniger hoch zwar, doch viel umfangreicher und dazu noch vier mal.

Die Wirkung der vier Klumpen?

Wir kennen alle das Gebäude der Elektrotechnik der ETH gerade oberhalb des bekannten „Gloriaranks“. Es ist ein Sechsgeschosser, der sich bereits von überall her sichtbar im Hang meldet. Schauen Sie sich im Bild unten das hellblaue Häuschen links im Hang an. Sie verstehen jetzt, dass AGBB/Uniklotz kein grünes Licht für die orange gekennzeichneten Spitalbauten der 1. Etappe geben kann.

Volumen tanzen den Hang hinauf: Die alte Uni 1914 und ihr neues Forum machen es gut, die Spitalbauten stossen an und fallen aus dem Rahmen.

Volumen tanzen den Hang hinauf: Die alte Uni 1914 und ihr neues Forum machen es gut, die Spitalbauten stossen an und fallen aus dem Rahmen.

Wie ist es dazu gekommen, dass sowohl Presse als auch das Publikum hier nicht reagiert haben? Wir alle wurden durch die verharmlosenden Schrägaufnahmen der Baudirektion getäuscht. Unsere liebe Baudirektion hat diesen faulen Trick mit den Schrägaufnahmen bereits 2014 bei der ersten Präsentation ihres Volumenmodells angewandt. Es brauchte schon damals findige Geister und Architekten, um diese „Firewall“ zu durchbrechen. Sollen wir diesem Trick jetzt nochmals zum Opfer fallen?

In ihrer Rolle, Transparenz zu schaffen, wendet sich die AGBB mit der Bitte an die Gemeinderäte, mit der durch sie zu schaffenden BZO Hochschulquartier ein Regelwerk aufzustellen, das die Spitalbauten in eine Form zwingt, die für die Stadt Zürich erträglich ist. Im gleichen Zug wird das Strömungshindernis für den innerstädtischen Luftaustausch, welches die vier Klumpen darstellen, vermindert.

Nahe beim Ziel

Es braucht nicht mehr viel. Das Ziel ist in Griffnähe. Machen wir eine einfache Kalkulation: 455 m ü. M., das ist die Höhenlage des Spitaleingangs und der Magistrale, die alle Gebäude auf der Talseite verbindet. Addieren wir ein Hochhaus von 25 m und wir gelangen auf die magische Zahl des seit Jahren von der AGBB vorgeschlagenen Höhenplafonds von 480 m ü. M. Das müsste eigentlich genügen, denn Spitalhochhäuser („Liftspitäler“) will heute niemand mehr. Die Höhen der Klumpen betragen noch 489, 497, 489 und 492 m ü. M.

Wo liegt die Hoffnung? Es gibt, wie die AGBB gesehen hat, noch Spielräume innerhalb der Mantellinien zum Beispiel und andere. Der Befreiungsschlag, der die stolzen Neubauten direkt an den Park bringen würde, ist im nächsten Abschnitt beschrieben.

Dass das Baufeld zu klein ist, hat der Studienauftrag 2018 des Spitals klar gezeigt. Es gibt kein Projekt, das nicht unter dessen Knappheit gelitten hätte. Der Kantonsrat hat bereits 2016 einen Antrag für die Vergrösserung des Baufeldes durch Abbruch von HMS-Trakten formuliert. Er ist in Form eines Mehrheitsantrags Bestandteil des 2017 vom Kantonsrat genehmigten Richtplans für das Hochschulquartier. Die Erwartung: Besseres horizontal organisierte Spital verbunden mit geringeren Bauhöhen.

12 Kommentare

  1. Felix de Fries

    Jedes Gebäude auf dieser Welt zeigt am Schluss unübersehbar den Spirit seiner Erbauer und ihren Umgang mit der Civitas in der Umgebung. Das gilt auch für die vier „Klumpen“, die in der Hanglage am Zürichberg entstehen sollen. Häfeli-Moser-Steiger, die Erbauer des alten Kantonsspitals, zeigten mit ihrem Bau in den 1930er Jahren, Offenheit für die Patienten und ihre Angehörigen und lichte Räume für Ärzte und Pflegende beim Versuch eine zukunftsgewandte Medizin zu betreiben. Die vier „Klumpen“ demonstrieren dagegen eher Mächtigkeit und technologische Überlegenheit in einer historisch gewachsenen Umgebung kleinerer Volumen. Sie erinnern mich an das, was mein Grossvater, Heinrich Richard de Fries, über die Produktionsstätten für Lastkraftwagen, die sein Freund, Peter Behrens, in Berlin Oberschöneweide 1917 geplant hatte, geschrieben hat. „Es handle sich um ein Zur Schau-Stellen von Macht und Kraft und Repräsentation der zunehmenden Machtausübung der kapitalistischen Industrie ohne wirkliche organische Kraft bei riesenhafter Baukostenverschwendung“. Die vier geplanten „Klumpen“ von Christ und Gantenbein, bringen möglicherweise ein beträchtliches finanzielles Klumpen-Risiko mit sich. Mangels einer horizontalen Orientierung bieten sie am Hang keine zukunftsgewandte Spitalgebäude, die sich landschaftsverträglich in die Stadt und ihr Hochschulquartier einfügen. Man muss kein Anti-Christ und kein Anti-Gantenbein sein, um das zu sehen. Alternativen wären an diesem Hang sicher möglich, z.B. auf den 20‘000 qm2 des Kinderspital Areals, die in zwei Jahren frei werden.

  2. Felix de Fries

    PS: Bei Projekten (wie denjenigen des neuen USZ) könne eine Baubegleitung, Pflichtenhefte und Offertvergleiche erstellen und als Interessenvertreter der Bauherrschaft Verträge ausarbeiten, statt dass diese von den Auftragsnehmern her kommen, meint Emil Seliner in seinem Artikel „Baubegleitung eine Notwendigkeit?“
    Baubegleitung eine Notwendigkeit? – e-periodica

    Projekte und planerischen Ideen könnten sie dabei auf Rentabilität und mögliche Kosteneinsparungen prüfen. Mögliche Alternativen könnten dabei sowohl vom Architekten als auch vom Baubeleiter ausgearbeitet werden, meint er. In der Ausführungsphase könne sie bei der Materialauswahl, bei Kostenvarianten und bei Einsparungsmöglichkeiten mitwirken und dafür sorgen, dass Wesentliches von Unwesentlichem unterschieden wird, hält er fest. Ob damit im Fall der „Klumpen“ echte Alternativen gefunden und Kostenexplosionen vermieden werden könnten, ist allerdings fraglich. Im Fall der grossen Siedlung von Giaccomo Barbatti zwischen Eglistasse, Hohlstrasse und Eichbühlstrasse, bei der er die Dr. Stephan à Porta Stiftung beraten hat, plädierte er, wie er mir persönlich erklärte, für den Abbruch, weil die Häuser seiner Meinung nach architektonisch schon immer hässlich waren und keine Bedeutung für die Stadtentwicklung gehabt hätten. (Auch beim nahe-gelegenen Erismannhof war er seinerzeit für den Abbruch, damit etwas Modernes erstellt werden könne.)

  3. Felix de Fries

    Emil Seliner, (Emil Seliner & Partner) ist Alt-Gemeinderat und Delegierter der SP 4, und war Mitglied in verschiedenen Gremien zur Stadtentwicklung, sowie im Baurekursgericht und in der Stiftung PWG
    http://www.gemeinderat-zuerich.ch/Mitglieder/Detailansicht-Mitglied?mid=66f8d52f-7a20-42f8-acb2-1439e41efa00

  4. Felix de Fries

    Einbett-Zimmer, in denen die Patienten rund um ihr Bett von Ärzten und anderen Spezialisten behandelt werden sollen sind eine zentrale Vorgabe beim ersten Projekt von Christ und Gantenbein für das neue USZ. Darüber, ob Einbett-Zimmer für eine schnelle Heilung nützlich sind, und ob man sich diese in Zukunft für alle Patienten leisten kann, gehen die Meinungen weit auseinander. Klar ist, dass Einbett-Zimmer für alle die Kostenexplosion im Gesundheitswesen befördern.
    https://www.srf.ch/play/tv/10vor10/video/einzelzimmer-fuer-alle-unnoetiger-luxus?id=aa25c569-ae50-451d-9bcd-c7a958cca079

  5. Felix de Fries

    Neuer Raum für Bauten des USZ auf dem frei-werdenden KISPI-Areal?
    In seiner Antwort auf eine Anfrage von Judith Stofer im Kantonsrat, hat der Regierungsrat festgehalten, dass das neue Zahnärztliche Zentrum im Areal des Kinderspitals platziert wird, dass ab 2021 frei werden soll. Die Universität habe auf ihrer Website falsche Angaben zum zukünftigen Standort des Zahnärztlichen Zentrums gemacht, diese nun aber nach Rücksprache korrigiert. Für neue Projekte auf den Raum, der heute dem Zahnärztlichen Institut Platz bietet, brauche es eine Quartierverträglichkeitsstudie, hält er fest. Wie viel Platz für das neue Zahnärztliche Zentrum auf dem frei werdenden Kispi-Areal benötigt werde, werde erst klar, wenn (nach einem Wettbewerb?) ein Projekt vorliege. Der Regierungsrat geht davon aus, dass nicht das ganze frei werdende Territorium für das Zahnärztliche Zentrum benötigt wird und dementsprechend noch Platz für andere Nutzungen übrigbleiben wird. Das bedeutet, dass andere Kliniken des neuen USZ neben einem neuen Zahnärztlichen Zentrum auf dem Kispi-Areal Platz finden könnten, das über die Pestalozzi-Strasse nahe mit anderen Abteilungen des neuen USZ verbunden ist, während es gleichzeitig über die Dolderstrasse und die Steinwies-Strasse separat erschlossen ist. (Ob die kantonale Klinik für Alters- und Behinderten-Zahnmedizin auch von der Plattenstrasse aufs Kispi-Areal verlegt wird, ist offensichtlich noch nicht klar.) Denkbar wären auf dem Kispi-Areal Kliniken zu platzieren, die auf die Nähe zu anderen Abteilungen angewiesen sind und solche, wie die Psychiatrie oder das Lighthouse, die mit ihren Polikliniken und Tageskliniken für Patienten aus der Region leicht erreichbar sein müssen.
    Die Pläne für das neue Zentrum des USZ könnten in Anbetracht der frei werdenden Räume zwischen der Platten und Pestalozzi-Strasse und auf dem Kispi-Areal jetzt noch einmal überdacht werden. Dabei könnte auch eine Verminderung der geplanten Bauhöhen und Bauvolumen an der Gloriastrasse und der Sternwart-Strasse möglich werden.
    https://www.kantonsrat.zh.ch/Geschaefte/Geschaefte.aspx?GeschaeftID=0d854e7c-43e7-4179-8387-0130ca09df42)

  6. Felix de Fries

    Gemeint ist hier die Klinik für Konsilarpsychiatrie und Psychosomatik des USZ, die sich mit Ess-Störungen, Schlafstörungen, Posttraumatischen Belastungsstörungen, Folter- und Kriegstraumata, affektiven Störungen, Angststörungen, Schmerzmedizin, Störungen der Geschlechtsidentität, Transsexualismus, Psychoonkologie, Psychokardiologie usw. beschäftigt, und heute an der Culman-Strasse platziert ist.

  7. Felix de Fries

    Das neue Zahnärztliche Zentrum und weitere Kliniken des neuen USZ auf dem frei werdenden Kispi-Areal werden durch die Dolderstrasse (bergaufwärts) und die Steinwiesstrasse (bergabwärts), die durch die Bungert- und Hofstrase verbunden sind gut erschlossen sein. Dadurch wird auch in der Zukunft neben der Gloriastrasse eine zweite Achse die Spitalbauten am Zürichberg erschliessen, womit die Gloriastrasse, die in der Zukunft neben dem Trambetrieb den gesamten Verkehr, inkl. der Ambulanzen zum Notfall aufnehmen soll, entlastet werden können. Patienten und Ärzte des Zahnärztlichen Zentrums und anderer USZ-Kliniken könnten dabei, so wie die heutigen Kinderspital-Besucher, über den Pfauen bzw. den Hottingerplatz, sowie über die Gemeinde- und Asylstrasse anreisen. Ambulanzen könnten auf dieses Weg auch über die Pestalozzi-Strasse zum Notfall im Zentrum des neuen USZ gelangen, wenn die Zufahrt via Universitätsstrasse und Gloriastrasse verstopft ist.

  8. Felix de Fries

    Die durchgestochene Sterwart-Strasse als neuer Anfahrtsweg zum Notfall?
    Die Gebäude des neuen USZ sollen ja gemäss der Planung nach dem Abbruch der Frauenklinik und anderer Bauten durch eine durchgestossene Sternwart-Strasse erschlossen werden, welche die Gloriastrasse direkt bei der Station Haldenbach mit der Universitätsstrasse verbinden soll. Ambulanzen könnten auch in diesem Fall den Notfall des USZ nur via Rämistrasse bzw. Sonneggstrasse und die Universitätsstrasse erreichen, über die neben den Strassenbahnen auch in Zukunft sehr viel Verkehr laufen soll. Andere Zufahrtswege bestünde via Kirche-Fluntern und vom Hottingerplatz her, via Freienstrasse, die dann mit schnell fahrenden Ambulanzen umgehen müssten.

  9. Felix de Fries

    Wie hoch werden die Kostenüberschreitungen bei den Projekten des neuen USZ?
    Wie uns Markus Kägi und Jacqueline Fehr letzte Woche wissen liessen, wird es beim mehrfach geänderten neuen PJZ zu einer Kostenüberschreitung von rund 50 Millionen Franken kommen. Es kostest statt 570 Millionen, wie im Abstimmungsbüchlein stand, nun 620 Millionen, und soll die Schaffung von 170 neuen Stellen für den Gebäudeunterhalt und Betrieb bedingen. Auch beim neuen USZ dürfte es gemäss dieser Praxis, die offensichtlich von den Parteien und Medien widerspruchslos hingenommen wird, zu Kostenüberschreitungen in ähnlicher Höhe kommen. Wenn die nächsten 6 Projektabschnitte je gut 600 Millionen Franken kosten, dann könnten zusätzlich 300 Millionen durch Kostenüberschreitungen fällig werden, womit das neue USZ ohne Kinderspital rund 3,9 Milliarden kosten würde. (Das neue Kinderspital soll 650 Millionen kosten, wobei eine mögliche Kostenüberschreitung noch nicht bekannt ist.) Obwohl Baukosten nur ein Teil der wachsenden Gesundheitskosten sind, hat der Krankenkassen-Verband darauf hingewiesen, dass neue Spitäler, die nur Einzelzimmer aufweisen, zu einer deutlichen Kostensteigerung führen dürften.
    Wieviel Mitglieder einzelner Generationen im „Generationen-Projekt“ für medizinische Leistungen bezahlen werden müssen, mit denen diese Kosten amortisiert werden müssen, werden sie dann ihren Leistungsabrechnungen entnehmen können, auf denen dann auch die Franchise steht, die sie vorgängig abzahlen müssen. Rentner mit niedrigeren Einkommen werden das nur mit Hilfe der Ergänzungsleistungen der Gemeinden tun können, die schon heute versuchen, EL-Empfänger nach Möglichkeit nicht mehr bei sich zu haben. Versuche diesen negativen Wettbewerb zu stoppen, haben bisher nicht zu entsprechenden Vereinbarungen zwischen Gemeinden geführt.

    Entsprechend den Aussagen der Befürworter sollen Kantone und Gemeinden dank der Steuer-AHV-Vorlage SV17, über die am 19. Mai abgestimmt wird, mehr Geld für solche Aufgaben erhalten. Gemäss den Zahlen der Eidgenössischen Steuerverwaltung werden Kantonen und Gemeinden Steuereinnahmen von 1,4 Milliarden Franken verlieren, während es beim Bund rund 2 Milliarden sein sollen. Kantone sollen dabei im Rahmen der Instrumente, welche die SV17 ihnen bietet, die Steuersätze für Unternehmungen und Personen anpassen können. Wie Beispiele von Gemeinden in Kantonen zeigen, die solche Anpassungen schon vorgenommen haben, wird es für sie dabei schnell einmal kritisch in Bezug auf Sozialkosten und Ergänzungsleistungen. Im Kanton Bern, der das entsprechende Steuergesetz abgelehnt hat, drohen heute Unternehmungen bereits konzertiert mit dem Abzug von Arbeitsplätze in steuergünstigere Kantone. Politiker der SP, welche die SV17 befürworten, verweisen schon jetzt darauf, dass sie in den einzelnen Kantonen das Referendum gegen neue kantonale Steuergesetze ergreifen wollen, welche dem Kantonen und den Gemeinden zu viele Steuereinnahmen entziehen. Es soll also dank der SV17 eine neuen Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen mit neuen Spielregeln stattfinden, bei dem am Schluss die einzelnen Gemeinden darüber entscheiden, welche sozialen und medizinischen Leistungen sie für einzelne Empfänger von Ergänzungsleistungen als nötig und angemessen erachten. Gesamtschweizerische Vorgaben in Bezug auf Ergänzungsleistungen z.B. in Bezug auf die Anrechnung von Mietkosten und Krankenkassenkosten werden im National- und Ständerat weiterhin diskutiert. Auf die endgültigen Beschlüsse dürfen wir gespannt sein.

  10. Felix de Fries

    Für den Bau des neuen PJZ, das nachträglich mit weiteren Räume für zusätzliche Aufgaben erweitert wurde, brauchte es einen Nachtragskredit von rund 50 Millionen Franken, der von den Stimmbürgern angenommen wurde. Wir dürfen gespannt sein, wie hoch die Kosten für die wetieren Projekte des neuen USZ in den Abstimmungsvorlagen veranschlagt werden. Über Nachtragskredite zu zukünftigen Projekten im „Generationen-Projekt USZ“ werden dann spätere Generationen zu befinden haben. Dabei wird es schwierig sein, eine griffige Erfolgs- und Kostenkontrolle durchzuführen. Nachtragskredite zu laufenden Projekten lehnen Stimmbürger bekanntlich nur in sehr schwerwigenden Fällen ab, da sie ja an einem möglichst raschen Abschluss eines Projekts interessiert sind, das sie möglicherweise für ihre persönliche Gesundheitsversorgung brauchen. Wer die Kosten für Projekte, die er/sie unbedingt durchsetzen will, niedrig veranschlagt, kann also davon ausgehen, dass nötige Nachtragskredite nachher bewilligt werden. Bei der Planung des neuen USZ wurden trotz laufender Rekurse für viel Geld Architekturwettbewerbe für Projekte durchgeführt, deren Ergebnisse jetzt realisiert werden sollen, obwohl zum Zeitpunkt ihrer Durchführung bekanntermassen kein Zonenplan und damit auch keine rechtliche Grundlage für ihre Durchführung bestand. Wenn diese bewusst betriebene Politik der Faites accomplies jetzt bestätigt wird, um weitere, „unnötige“ Kosten zu vermeiden, dann wird sie wahrscheinlich auch in der Zukunft von Fall zu Fall angewendet werden. Wir werden also bei allen zukünftigen Projekten des USZ sehr genau prüfen müssen, ob sie der Erfüllung der angeführten Bedürfnisse entsprechen und ob sie für variable, zukünftigen Nutzungen ohne hohe Kosten angepasst werden können. Dazu braucht es von Anfang an eine unabhängige Stelle, welche die Projektentwicklung begleitet, zukünftige Kosten prüft und mögliche Alternativen zur Erfüllung von Bedürfnissen im Vorfeld evaluiert. Das gilt auch dann, wenn durch neue Voraussetzungen (wie jetzt möglicherweise durch den Abbruch der Häfeli-Moser-Steiger-Bauten) eine neue Planung des gesamten Areals möglich wird, so dass bestehende Planungen für Projekte (z.B. dasjenige von Christ und Gantenbein) hinfällig werden.

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